So, heute war’s denn soweit. Die OMD öffnete zum bereits 8. Mal ihre Pforten. Für mich war’s dieses Jahr die Erste, nachdem’s im Letzten schon nicht geklappt hat.
Also war ich auf der einen Seite natürlich erwartungsvoll, auf der Anderen auch eher skeptisch.
Begonnen hat mein Tag nach gut 4 Stunden Schlaf mit einem — ohne mein Verschulden — verpassten Zug, was zur Folge hatte, daß ich schon die fast 3 Stunden Fahrt mangels Sitzplatzreservierung im Stehen verbracht habe.
Sei’s drum, so gegen 11 war ich schließlich da und vom etwas lieblos gestalteten Google-Stand gleich mal enttäuscht. No matter, nach ein paar kurzen Shakehands mit Kollegen und Schwipp-Kollegen hab ich dann meinen Feldzug übers Messegelände gestartet. Naja, Feldzug ist gut, erstmal war’s ein echtes Problem die einzige vorhande Toilette in der Halle 10 zu finden. Raucherecken waren einfacher zu finden. Ich hab’s aber geschafft, Blumenkübel waren ohnehin nicht vorhanden.
Gestärkt wie ein Feldherr ging’s dann auch endlich an den –zug.
Prämissen für die OMD waren für mich eigentlich hauptsächlich Anbieter für alternative SEO-Tools zu finden und den ein oder anderen Kollegen zu treffen.
Toolanbieter gab’s zwar ne ganze Menge, aber leider
- keine mit den SEO-Funktionen die ich suche und
- keine wirklichen ganz neuen Alternativen
Der eine SEO-Kollege huschte zwar kurz vorbei, aber immer dann, wenn ich auch im Gespräch war. Die Anderen reisen erst morgen an
Sei’s drum, gab ja noch mehr zu sehen.
Hostessen z. B.
- Hübsche Hostessen
- Hübsch gemachte Hostessen
- Hostessen mit Flyern
- Hostessen mit noch mehr Flyern
- Hostessen die mir ihre noch mehr Flyer zum dritten Mal in die Hand drücken wollen
- Hostessen mit allerlei Nahrungsmitteln
- Hostessen wie Gott (und der Airbrush-Künstler) sie schuf
Das ist jetzt auch der Punkt an dem ich mich wirklich ärgere, daß es nicht geklappt hat mit dem Ausleihen einer vernünftigen Digicam. Wenigstens weiß ich jetzt was zu Weihnachten (her mit euren Ref-Links
).
Na gut, Hostessen sind nicht alles, als bekennender Sumaphiler war ich natürlich auf Brautschau bei den Suchmaschinenanbietern.
Der Google-Stand war — wie bereits erwähnt — etwas lieblos gestaltet. Dafür natürlich von umso mehr Zucker-in-den-Hintern-Bläsern umzingelt, als gebe es No.-1-Positionen für lau. Die gab es nicht. Dafür umso mehr Infos über Google-Krimskrams und natürlich AdWords.
Nix Neues im Westen also quasi. Also ab zu Yahoo. Riesen-Stand, sah schick aus, aber auch nix Neues. Eigentlich noch weniger wie bei Google.
Da gab es ja noch den Dritten im Bunde. MSN, Live oder wie die Identitätskrise auch letztlich ausgehen mag. Ja, die gibt es tatsächlich. Aber nicht auf der OMD. Es gab zwar nen Stand von Microsoft Schlagmichtod-Applikationen und auch von Tomorrow Focus, aber nix MSN, nix Live, nix The-Search-formerly-known-as-from-Microsoft. Schade, aber bei Tomorrow Focus gab’s wenigstens Currywurst gegen Visitenkarte.
Gestärkt mit jeder Menge Phosphat und Glutamat hab ich mich auf die Suche nach Ask.com gemacht. Jup, Ask.com, die Suchmaschine, die in diesem Jahr ganz groß in Deutschland starten wollte. Scheint wohl nicht so ganz geklappt zu haben, ein Stand mit dem roten Logo war nicht aufzufinden.
Na gut, ein interessantes Suchmaschinen-Têta-à-Tête kam also nicht zustande.
Ach ja, da war doch noch Philipp Schindler. Der NATO– Nordeuropa-Chef von Google, der jüngst die “Chancengleichheit” im Agentur-Bereich geschaffen hat.
Dessen Vortrag war sicher ganz nett. Nachdem er erstmal mit ein paar (unbelegten) Zahlen um sich geworfen hat, drückte er natürlich sein tiefstes Unverständnis über die Aufregung im Agentur-Bereich ob seiner Entscheidung zur Beendigung des Best-Practice-Funding-Programms aus.
Klar, wer hat schon Verständnis dafür, wenn der Hand die einen großgezogen hat die Erfolgsbeteiligungen gestrichen werden.
Dennoch waren 2 Zahlen sicher diskussionswürdig die er genannt hat.
Zum Einen, daß rein zahlenmäßig (also nicht relativ) mehr über 60-jährige im Netz unterwegs sind, als 14–19-jährige. Ich persönlich schätze, daß das für den US-Markt gelten mag, aber eher weniger für Deutschland, bzw. Europa. Der “Silver Surfer” ist zwar in aller Munde, aber wer sich schon mal intensiver mit dieser Zielgruppe beschäftigt hat, weiß auch, daß diese nur schwer in ihrem Konsumverhalten zu beeinflussen ist.
Zum Anderen, daß die Aufenhaltsdauer von Besuchern, die über Google (ich schätze mal die Suchmaschine an sich macht keinen wesentlichen Unterschied) auf eine Website kommen, etwa 9x so hoch ist, wie Besucher über Type-Ins oder direkter Linkverfolgung. Das ist an sich schon interessant, und zeigt insbesondere, daß Anfragen auf Suchmaschinen ein wesentlich höheres Interesse verlautbaren lassen, als die schnelle Verfolgung eines Links oder das Type-In einer Keyword-Domain.
So, nach Philipp Schindler war’s auch leider schon wieder an der Zeit zu gehen. Immerhin wartete schon der ICE nach Stuttgart — dieses Mal wenigstens mit Sitzplatzreservierung
Alles in Allem muß ich sagen, daß ich als SEO persönlich von der OMD etwas enttäuscht war, dennoch hat’s mir gut gefallen, trotz schmerzender Füße
. Leider konnte ich die Partys am Abend, bzw. am Vorabend nicht wahrnehmen, ich vermute mal, daß diese wesentlich interessanter gewesen sein dürften, zumindest was Networking betrifft. Und zumindest aus SEO-Sicht.
Popularity: 5%