27. September 2008

Houston, we’ve had a PageRank-Update

Was wäre wohl pas­siert, wenn wäh­rend der Apollo-13-Mission ein PageRank-Update statt­ge­fun­den hätte, anstelle eines explo­dier­ten Sauerstoff-Tanks? Wäh­ren sie trotz­dem umge­kehrt um ihre Back­links zu che­cken? Würde der Mond jetzt grün schim­mern? Und läge das dann an den Mars­männ­chen? In bei­den Fäl­len stockt jedoch so Man­chem der Atem. Und Yan­nick: SEO geht über­all — auch wenn einem dabei manch­mal die Luft weg bleibt :D

Apollo 13

So cool wie die Astro­nau­ten Lovell, Swi­gert und Haise blei­ben man­che SEOs aber lei­der nicht. Und so sorgt ein PR-Update regel­mä­ßig zu Umsatz­stei­ge­rung bei Herz-Kreislauf-Pharmaka.
Eigent­lich inter­es­siert mich das Ganze auch nicht son­der­lich, den­noch hat die­ses Update etwas Bemer­kens­wer­tes: viele Web­ka­ta­loge, die vor knapp einem Jahr deut­lich ein­ge­büßt haben schei­nen wie­der PR erhal­ten zu haben. Auch mein Eige­ner hat wie­der einen grü­nen Bal­ken, wenn auch einen Kur­zen. Stich­tag war wohl der 22.09., Johan­nes hat mal wie­der eine Riesen-Auswertung dazu gefahren.

Schein­bar hatte Google an sei­nem 10. Geburts­tag ein Herz für Webmaster:

Google 10. Geburtstag

In die­sem Sinne: Happy Birth­day & keep my Page­Rank ;)

Popu­la­rity: 5%

15. September 2008

Befreiphone-Wahn

Ohje­ohje, was hat Ran­dolf da nur los­ge­tre­ten? Mit dem Neo­lo­gis­mus Befrei­phone star­tete er mit Mac­no­tes einen SEO-Contest um ein sim­lock­freies iPhone 3G mit 16 GB in Weiß. Ziel des Wett­be­werbs ist es zum Stich­tag am 17. Sep­tem­ber um 22 Uhr mit dem Begriff — na, ratet mal — “Befrei­phone” auf Platz 1 bei Google zu ste­hen. Gemeint sind natür­lich die orga­ni­schen Ergeb­nisse, und nicht etwa AdWords o. Ä.
Zudem sind Sei­ten von Ran­dolf natür­lich aus­ge­schlos­sen ;)

Summa Sum­ma­rum erin­nert das Ganze natür­lich an die Hom­ming­ber­ger Gepar­den­fo­relle der c’t, oder andere Nachfolge-Wettbewerbe. Die hat sei­ner­zeit nicht nur Fisch­freunde auf den Plan geru­fen, und das Thema SEO stark in den Blick­punkt der IT-Branche gerückt.

In den Folge gab es einige mehr oder weni­ger auf­se­hen­ser­re­gende Wett­kämpfe die­ser Art. Inter­es­sant war hier­bei viel­leicht das Wett­ren­nen um Zanox ist geil bei den Web­mas­ters on the Roof, bei dem es aus­nahms­weise um das Ran­king bei Wikia Search ging. Lei­der war deren Indi­zie­rungs­fre­quenz der­art lah­mar­schig, daß es nicht zu einer zeit­na­hen Aus­wer­tung kom­men konnte.

Auch ich habe sei­ner­zeit mit einer klei­nen con­tent­freien Seite mit­ge­macht, und über­ra­schen­der­weise rankt das Ding mitt­ler­weile nicht nur bei Wikia ganz vorne, son­dern auch bei Google. Also hab ich das­selbe Prin­zip natür­lich auch für den Befreiphone-Contest ange­wandt und eben­falls auf einen der vor­de­ren Plätze gehofft.

Was aller­dings die­ses Mal abgeht war wohl kaum zu erwar­ten. Nicht nur daß die gefühlte ganze Web– und Blogger-Szene sich daran betei­ligt, selbst unseriöse Online-Krawallblätter wie bild.de schei­nen Herz und Ver­stand ver­lo­ren zu haben. Deren Inhouse-SEO ver­linkte gar zunächst bei die­sem Bei­trag den Satz “Sozu­sa­gen ein Befrei­phone” auf sein eige­nes. pri­va­tes Blog (lei­der nicht mehr online), anschlie­ßend erstellte die “Redak­tion” sel­bi­gen Arti­kel, und hofft offen­bar mit dem iPhone-Gewinn die dies­jäh­rige Weihnachtsfeier-Tombola auf­wer­ten zu kön­nen. Selbst im Foo­ter wird mit “Befrei­phone” ver­linkt. Da bin ich mal auf die Erklä­rung zur “unab­hän­gi­gen” und “über­par­tei­li­chen” Bericht­er­stat­tung gespannt…

Ran­ken wird bild.de damit sowieso nicht. Wenn­gleich auch viel Mühe in SEO gesteckt wurde, die hand­werk­li­chen Feh­ler sind unab­streit­bar.
Spä­tes­tens Johan­nes wird es mit sei­nen Stats zum Befrei­phone entlarven.

Nunja, auch bei Mac­no­tes wird man schein­bar etwas sagen wir mal “über­dasziel­hin­aus­schies­send” und gelobt ein wei­te­res iPhone für den­je­ni­gen, der damit die höchste Offline-Reichweite erreicht. Mit SEO-Wettbewerb hat das frei­lich nicht mehr viel zu tun, son­dern viel­mehr mit einer ange­leg­ten Viral-Marketing-Aktion. Keine dumme Idee, schließ­lich ist auch Ran­dolf kein Sama­ri­ter ;)

Was mich aller­dings viel mehr stut­zig macht, ist daß SEOs oder sol­che die’s mal wer­den wol­len hier Zeit, Kraft, Ener­gie und letzt­lich Geld in eine Aktion inves­tie­ren, die einen ein­ma­li­gen Gewinn erzie­len sol­len.
Frei­lich, Ruhm und Ehre ste­hen auch auf dem Spiel, aller­dings bekomme ich ein sol­ches iPhone im Han­del für knapp nen Tausi. Wenn ich bedenke wie­viel Zeit und Geld hier inves­tiert wird um knapp nen Tausi abzu­sah­nen, muß ich mich schon fra­gen, ob ich die Stun­den der Arbeit nicht in ein sinn­vol­le­res Pro­jekt inves­tie­ren sollte, das mir meh­rere Tau­sis über einen län­ge­ren Zeit­raum abwirft. Denkt mal drü­ber nach ;)

Meine bes­sere Hälfte rea­gierte übri­gens nach­dem ich ihr von mei­nen iPhone-Kauf-Plänen berich­tet habe damit:

ohne Worte :D

Im Übri­gen gibt’s hier für jeden Kom­men­tar mit dem Key­word “Befrei­phone” und Kon­sor­ten die nur auf die­sen Wett­be­werb abzie­len ein “nofol­low”, eine Ver­öf­fent­li­chung ihrer Whois-Daten, sowie eine Rech­nung über Link­miete von 100 € / Monat zzgl. MwSt. bei einer Min­dest­lauf­zeit von 12 Mona­ten. Bes­ten Dank!

Update

Jetzt kommt nach dem “Befrei­phone” also auch noch das Befrei­phone Reloa­ded

Popu­la­rity: 3%

02. September 2008

Browser Wars 2.0

Die Sil­ber­rü­cken unter uns wer­den sich viel­leicht dun­kel erin­nern:
Irgend­wann Ende der 90er wurde der Quasi-Standard unter den Web­brow­sern — der Net­scape Navi­ga­tor — fast über Nacht von Micro­softs Ant­wort Inter­net Explo­rer aus dem Markt gefegt. Frei­lich wurde hier von Sei­ten Micro­softs nicht immer mit Wat­te­bäusch­chen gewor­fen — mög­lichst hohe Hür­den für alter­na­tive Brows­er­her­stel­ler wur­den auf­ge­stellt, gleich­zei­tig aber auch der eigene Brow­ser wei­ter­ent­wi­ckelt, und so hielt sich die­ser auch bis heute trotz erst­zu­neh­men­der Kon­kur­renz bei etwa ¾ Markt­an­teil. Der Dis­put ging als “Brow­ser­krieg” in die Anna­len ein.

Und so ist es auch nur logisch, daß nach der mei­ner Mei­nung nach gelun­ge­nen Ver­sion 3 des größ­ten Wett­be­wer­bers Mozilla Fire­fox mit ca. 20% Markt­an­teil, Ende des Jah­res der IE 8 erschei­nen soll.
Neu in die­ser Ver­sion soll u. A. der soge­nannte “InPrivate-Browsing-Modus” sein, einer Art Datenschutz-Modus, in dem kein Ver­lauf und keine Coo­kies gespei­chert wer­den sol­len. In Sachen Daten­schutz natür­lich eine tolle Sache, da muss sogar ich zustim­men. Für Daten­krake Google aller­dings ein Schlag ins Gesicht.
Auch Online Mar­ke­ter wird diese Neue­rung vor mas­sive Pro­bleme stel­len. So sind die aller­meis­ten Tracking-Systeme, die die Grund­lage von Maß­nah­men­steue­rung und –mes­sung, und letzt­lich auch der Abrech­nung bil­den, haupt­säch­lich Cookie-basiert. Ins­be­son­dere performance-orientierten Berei­chen wie dem Affiliate-Marketing wird diese Neue­rung Bauch­schmer­zen berei­ten. Alter­na­tive Tracking-Lösungen sind gefragt, Mar­kus nennt hier bei­spiels­weise Tech­ni­ken wie Flash-Cookies oder Local Shared Objects.
Zwar wird es wohl auch im “InPrivate-Browsing-Modus” Session-Cookies geben, so daß zumin­dest direkte Con­ver­si­ons wei­ter­hin gemes­sen wer­den kön­nen, sämt­li­che Post-Orders jedoch wer­den nicht mehr zuge­ord­net wer­den kön­nen, je nach Bran­che ist deren Anteil auch nicht uner­heb­lich. Wo kein Coo­kie jedoch, da keine Ver­gü­tung. Mer­chants wer­den die­sen Umstand künf­tig wohl auch bei ihrer Kon­di­ti­ons­ge­stal­tung berück­sich­ti­gen, Affi­lia­tes ihre Aus­rich­tung ent­spre­chen anpas­sen müssen.

Doch das Google-Imperium schlägt zurück. Viel­leicht nicht unbe­dingt als direkte Ant­wort auf den Inter­net Explo­rer 8, viel­mehr in Form eines Angriffs auf Micro­soft an allen Fron­ten, selbst auf ihren bis­lang kaum erschüt­ter­li­chen Kern­be­reich — Win­dows. “Aus Ver­se­hen” erreichte Blo­go­scoped ges­tern eine Mail von Google mit einem Comic der ein Pro­dukt names “Google Chrome” vor­stellt — den Google Brow­ser!
Die Gerüch­te­kü­che bro­delte frei­lich schon län­ger dahin­ge­hend, und wer Googles All­machts­an­spruch kennt, weiß daß der Sup­port für den Fire­fox nur eine Zwi­schen­lö­sung gewe­sen sein konnte. So fiel ich allein ob der Mel­dung nicht direkt vom Hocker, viel inter­es­san­ter finde ich die vor­ge­stellte Archi­tek­tur des Brow­sers:
Neben den für Brow­sern heute übli­chen Sicher­heits– und Usability-Funktionalitäten läuft jedes Tab in einem eige­nen Pro­zess, auch Java­Script wurde grund­le­gend über­ar­bei­tet und erhielt eine eigene Vir­tual Machine genannt “V8”. Bei­des ermög­licht unge­kannte Sta­bi­li­tät und hohe Aus­füh­rungs­ge­schwin­dig­keit auch bei sehr kom­ple­xen Ajax-Anwendungen, wie sie bei­spiels­weise in Google Docs — der Ant­wort auf Micro­soft Office — und etli­chen ande­ren Google-Diensten zum Zuge kom­men. Zusam­men mit Breitband-Internetanschlüssen ermög­licht Google Chrome damit künf­tig völ­lig platt­for­mu­n­ab­hän­gige Soft­ware. Egal ob auf dem hei­mi­schen Windows-Notebook, dem Linux-Rechner im Büro oder unter­wegs mit dem Google-Android-Handy — über­all die­selbe Ober­flä­che, die­selbe Soft­ware, die­sel­ben Daten. Ver­füg­bar­keit jeder­zeit und über­all, ein schlan­kes Betriebs­sys­tem und Google Chrome wür­den genü­gen. Die Ziel­rich­tung ist klar: Micro­soft auch hier das Was­ser abgra­ben und gleich­zei­tig noch mehr User-Daten sam­meln. Ein für mich bis­lang wich­ti­ger Punkt für ein Windows-Betriebssystem war immer der, daß viel Standard-Software eben nur auf Microsoft-Rechnern läuft. Habe ich das alles online zur Ver­fü­gung wäre es mir so ziem­lich wurscht ob ich mir Win­dows, Linux oder MacOS auf die Platte spiele. Frei­lich wer­den große und kom­plexe Anwen­dun­gen wie Pho­to­shop längst nicht so ohne Wei­te­res rein online­ba­siert lau­fen, zudem müss­ten auch die Her­stel­ler von die­ser Dis­tri­bu­ti­ons­mög­lich­keit erst noch über­zeugt wer­den, die tech­ni­schen Grund­la­gen sind mit Google Chrome aber geschaf­fen. Da es Open­Source ist, wer­den sich auch schnell Ent­wick­ler fin­den, die ent­spre­chende Tools dafür ent­wi­ckeln wer­den, Reich­wei­ten und Markt­macht von Google wer­den ihr Übri­ges tun.

Was dann noch fehlt, ist die Google-Online-Festplatte, wie bei Android und Chrome bro­delt jedoch auch hier die Gerüch­te­kü­che in Rich­tung eines GDrive schon seit Län­ge­rem. Ich würde dar­auf wet­ten, daß es nicht mehr allzu lange dau­ert, bis wir auch hier einen wei­te­ren Schritt in Rich­tung Online-Betriebssystem und einem Google-für-alles-ausser-Sex erwar­ten dürfen.

So befürchte ich, daß auch ich mir heute Abend gg. 21 Uhr MESZ den neuen Google-Browser hier her­un­ter­la­den werde. Leider.

Popu­la­rity: 2%