04. April 2009

Gina Wild gibt sich zugeknöpft

Da hat sich der Tho­mas doch eigent­lich nur einen net­ten April-Scherz erlau­ben wol­len, und taufte sein Shopping-Portal Gimahhot kur­zer­hand in “Ginahot” um — zumin­dest für einen Tag.
Eigent­lich ganz lus­tig wird sich da der gemeine Porno-Filesharer denken.

Lus­tig ist jedoch schein­bar kein Voka­bu­lar im Advokaten-Duden. Da ver­steht man unter Buk­kake offen­bar gerne auch mal das Eja­ku­lie­ren Geld­ver­die­nen über mit Abmah­nun­gen. Immer­hin ver­steht man dort was von Dicken Din­gern, und hat Gimahhot kur­zer­hand abge­mahnt.

Scheint ja gerade ein belieb­ter Juristen-Sport zu sein, erfolg­rei­che Internet-Portale recht­lich zu belan­gen. Jus­ti­tia ist wohl immer noch nicht im Internet-Zeitalter ange­kom­men und ver­sucht es schein­bar mit der Brechstange:

In 10 Jah­ren wird man dar­über lachen. Ob über die Rechts­an­wälte oder die schau­spie­le­ri­schen Leis­tun­gen von Michaela Schaf­frath oder gar über beide über­lasse ich mei­ner Leserschaft…

Ich geh jetzt jeden­falls noch ein biß­chen YouPorn gucken ;)

Popu­la­rity: 100%

02. April 2009

Sanjay Sauldie — Warum ich meine Meinung geändert habe

Bitte beach­ten:

Wei­ter unten fin­det ihr einen Arti­kel, der nicht mehr meine aktu­elle Mei­nung und mei­nen jet­zi­gen Kennt­nis­stand wider­spie­gelt. Er steht dort nur der Voll­stän­dig­keit hal­ber, um einen Vor­gang nicht aus dem Zusam­men­hang zu rei­ßen, und weil ich auch zu Feh­lern und unrich­ti­gen Mei­nun­gen stehe. Er wird aber inhalt­lich nicht immer gerecht, zudem sollte die­ser nur im Zusam­men­hang mit den anschlie­ßen­den Kom­men­ta­ren betrach­tet wer­den.
Beson­ders ent­schul­di­gen möchte ich mich für die (unbe­ab­sich­tigte) Belei­di­gung der Reli­gio­si­tät von Herrn Saul­die. Nicht aus poli­ti­cally cor­rect­ness, son­dern weil ich selbst dies als per­sön­li­che und schlimme Belei­di­gung emp­fin­den würde. Das mag nicht jeder nach­voll­zie­hen kön­nen, muss er aber auch nicht.

Warum habe ich meine Mei­nung geändert?

Nun, mein ers­ter Ein­druck von Herrn Saul­die war ein sehr Schlech­ter muß ich sagen. Er urteilte sehr pau­schal (und auch sehr schlecht) über Agen­tu­ren und stellte das Thema Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting der­art ver­ein­facht dar, daß er auf mich wie einer die­ser vie­len “Online-Gurus” mit wenig Back­ground aber dafür dicker Brief­ta­sche wirkte. Ich fühlte mich damit auch sehr per­sön­lich ange­grif­fen. Seine Web­site und auch einige der ange­führ­ten Refe­ren­zen wir­ken auf einen Profi natür­lich eher wenig auf­re­gend, zumin­dest aus dem rei­nen Blick­win­kel von Pro­fis. Wir ken­nen alle diese Heiliger-Gral-Finder, die zwar wenig mit fach­li­cher Kom­pe­tenz beste­chen, dafür aber umso mehr mit Selbstvermarktung.

Gut, ich also Schub­lade auf, Blog­bei­trag ver­fasst, Schub­lade zu. Meist ist dies auch nicht die fal­sche Schub­lade, aber ich lasse mich gerne eines Bes­se­ren beleh­ren.
Danach war es eigent­lich ein paar Wochen recht ruhig, bis dann Anfang letz­ter Woche ein paar zwei­fel­hafte Kom­men­tare auf den Bei­trag ein­tru­del­ten, die dann plötz­lich einen Stein ins Rol­len brach­ten. Als dann die WOTR diese Woche die Ange­le­gen­heit auf­grif­fen, kam es zu eini­gen durch­aus kon­tro­ver­sen Mei­nun­gen.
Auch bei mir per­sön­lich ver­schlech­terte sich das Bild von Herrn Saul­die noch eher, als daß es sich verbesserte.

Von daher war ich umso posi­ti­ver über­rascht, als er sich per­sön­lich mit einem — wie ich finde — fai­ren und sach­li­chen Kom­men­tar zu Wort mel­dete. Ich schätze eine sol­che Art und Weise der Reak­tion. Meist wird in die­ser Bran­che in teil­weise noch viel harm­lo­se­ren Fäl­len gleich zur Rechts­keule gegrif­fen. Ehr­lich gesagt hatte ich auch fast schon damit gerech­net.
Eben das ist nicht pas­siert, son­dern Herr Saul­die suchte den direk­ten Kon­takt auf sach­li­cher Ebene. Find ich gut. Ganz ehr­lich. Von daher fiel auch meine Reak­tion ähnlich sach­lich aus.
Heute kom­men­tierte Herr Saul­die noch­mals ähnlich sach­lich und mel­dete sich — noch bevor ich ant­wor­ten konnte — im Laufe des Tages per Tele­fon. Allein dies hat mich wie­derum posi­tiv über­rascht, Men­schen die etwas zu ver­ber­gen haben suchen meist sel­ten den per­sön­li­chen Kon­takt (außer Pseudo-VW-Opfer, aber ande­res Thema ;) ). Wie­der ein­mal — Dau­men hoch, tolle Reak­tion!
Aber auch der Gesprächs­in­halt. Wir haben uns wirk­lich sach­lich und fair unter­hal­ten, auch die kri­ti­schen Punkte ange­spro­chen. Wir haben uns über Sach­the­men unter­hal­ten, und ich muß auch mei­nen Ein­druck von dem feh­len­den fach­li­chen Back­ground berich­ti­gen. Herr Saul­die ist gut infor­miert und hat ein — auf mich zumin­dest so wir­ken­des — lei­den­schaft­li­ches Inter­esse an dem Thema. Frei­lich geht er nicht der­art in die Tiefe wie pro­fes­sio­nelle SEOs es tun. Um das nach­voll­zie­hen zu kön­nen mußte ich auch erst­mal die eige­nen Scheu­klap­pen (ich hätte nie gedacht jemals seo-united.de zu refe­ren­zie­ren ;) ) able­gen und die Betriebs­blind­heit abstel­len, ja mich vom eige­nen Tel­ler­rand entfernen.

Und ich muß sagen, objek­tiv betrach­tet ver­folgt San­jay Saul­die einen nicht unin­ter­es­san­ten Ansatz: das (durch­aus sehr kom­plexe und oft sehr tech­ni­sche) Thema Online Mar­ke­ting einer Ziel­gruppe näher­zu­brin­gen, für die das ein Buch mit Sie­ben Sie­geln ist, oder aber oft auf inner­be­trieb­li­chen Wider­stand stößt. Ich glaube man könnte sich es unge­fähr so vor­stel­len, sei­ner Groß­mut­ter zu erklä­ren warum ihr twit­tert ;)
Sprich er bricht kom­plexe Vor­gänge der­art ver­ein­facht her­un­ter, daß natür­lich auch der inhalt­li­che Anspruch, wie die Meis­ten von uns ihn gerne ver­fol­gen, teil­weise auch ver­lo­ren geht. In die­sem Falle muß er das auch. Ob lei­der oder nicht ist Geschmacks­sa­che, ich finde es jeden­falls einen (wirk­lich) inter­es­san­ten Ansatz.

Ich glaube mit sol­chen Ziel­grup­pen sind wir rela­tiv sel­ten kon­fron­tiert, denn das sind die Ent­schei­der, die beim ers­ten Call den Hörer auf die Gabel legen.
Sein Inter­esse besteht auch nicht darin selbst SEO-Leistungen zu ver­kau­fen, er tritt hier eher ver­mit­telnd und bera­tend auf.

Jeden­falls hat­ten wir ein sehr lan­ges und gutes Gespräch (das ich hier ohne­hin nur anrei­ßen kann), und ich finde, daß es durch­aus berech­tigt ist, San­jay Saul­dies Aus­sa­gen und Auf­tre­ten dif­fe­ren­zier­ter zu betrach­ten, und ihm auch ein offe­nes Ohr zu schen­ken. Frei­lich lie­fen ein paar Dinge nicht so dolle, wie z. B. besagte Kom­men­tare, den­noch hat sich mein Gesamt­bild von ihm sehr zum Posi­ti­ven hin ver­än­dert.
Übri­gens war die­ses State­ment meine ganz per­sön­li­che Ent­schei­dung, und geschah nicht etwa auf eine Bitte oder gar Andro­hung hin. Nur bevor noch ein­mal der Ein­druck ent­ste­hen sollte ich würde ein­kni­cken oder gar knei­fen. Ich kor­ri­giere mich gern wenn ich ein­mal falsch gele­gen haben sollte, ins­be­son­dere zum Posi­ti­ven hin. Und dazu stehe ich auch gerne.

Ich würde mich per­sön­lich sehr freuen, San­jay Saul­die auf einem der nächs­ten Bran­che­nevents zu tref­fen, und ich hoffe der Ein oder Andere schließt sich mir an.

Heute führte mich mein Weg mit ein paar Kol­le­gen auf die swiss-online-marketing in Zürich, zu der ich auch vorab für die Mes­se­zei­tung einen klei­nen Arti­kel ver­fasst habe.

Eigent­lich eine ganz nette Messe, rela­tiv klein gehal­ten, und erstaun­li­cher­weise ist der schwei­zer Online-Marketing-Markt teil­weise echt noch in der Ent­ste­hungs­phase. Sehr span­nend und inter­es­sant. Inter­es­sant v. A. auch, weil Pseudo-Experten wie ein gewis­ser San­jay Saul­die von einem “Inter­net Marketing-Institut” ver­su­chen mit wis­sent­li­chen Falsch­in­for­ma­tio­nen Kun­den das Geld aus der Tasche zu zie­hen für Wis­sen, daß in unse­ren Gefil­den bereits seit Jah­ren alle­mal für ein müdes Lächeln sor­gen würde.

Gefähr­lich wird das Ganze aber dann, wenn Leute wie San­jay Saul­die auf Marketing-Verantwortliche tref­fen, denen (noch) das nötige Know-How fehlt, um des­sen Aus­sa­gen für nicht mehr als einen net­ten April-Scherz zu halten.

Denn Eines kann der San­jay Saul­die: Ver­kau­fen, ver­kau­fen, ver­kau­fen. Aus Scheiße Stroh Gold machen. Bau­ern fan­gen.
Ein Auf­tritt in tra­di­tio­nel­lem indi­schen Kos­tüm, und eine pro­vo­kante Rede­füh­rung — der Herr Saul­die weiß wie er Leute um ihr Geld bringt. In Rhe­to­rik feh­ler­frei, inhalt­lich intelligenzbeleidigend.

Glück­li­cher­weise musste ich dem Herrn Saul­die nur wenige Minu­ten zuhö­ren, gut­mei­nende Kol­le­gen hiel­ten mich mit ehr­li­che­ren Din­gen wie küh­ler Cola oder einer Ziga­ret­ten­pause davon ab die­ser Mär­che­n­epi­sode noch mehr Lebens­zeit zu verschwenden.

Lei­der kann ich nur auf ein Gedächt­nis­pro­to­koll zurück­grei­fen, inhalt­lich ändert daß aber nicht viel an Aus­sa­gen wie:

  • “Sie müs­sen nur Ihre Tit­les ver­än­dern für ein gutes Ran­king” — Ja nee is klar, Google hat ja nur über 99 wei­tere Ranking-Kriterien, und Links und Inhalte sind natür­lich völ­lig überbewertet.
  • “Keine Online-Marketing-Agentur kann Ihnen die für Sie rich­ti­gen Key­words nen­nen” — Stimmt, die dre­hen alle Däum­chen, und wür­feln Kam­pa­gnen mit Mil­lio­nen von Key­words aus.
  • “Ver­wen­den Sie keine Marken-Domain, son­dern eine Keyword-Domain, bzw. zusätz­lich Keyword-Domains” — Rich­tig, die größ­ten und erfolg­reichs­ten Internet-Unternehmen (Google, ama­zon, eBay usw.) machen alle etwas grund­sätz­lich falsch (suchmaschine.de, buecher.de, online-auktion.de, die haben doch alle keine Ahnung!), und Dup­li­ca­ted Con­tent ist ja ohne­hin nur ein Gerücht.
  • “Online-Marketing-Agenturen machen keine Fort­bil­dun­gen” — Ich liebe Pau­schal­aus­sa­gen. Ist ja auch nicht so, als ob alle gro­ßen Agen­tu­ren mehr­fach im Jahr Schu­lun­gen bei Google absol­vie­ren, sowie fort­wäh­rend interne Schu­lungs­maß­nah­men durch­füh­ren, abge­se­hen von meist sehr kurz­fris­ti­gem und direk­tem Informationsmanagement.

Ach stimmt, das Pseudo-Institut von San­jay Saul­die bie­tet ja auch selbst Schu­lungs­maß­nah­men an. Ein Schelm wer Böses dabei denkt…

In Deutsch­land hät­ten Schar­la­tane wie San­jay Saul­die wohl kaum eine Chance. Ver­mut­lich würde sich Herr Saul­die des­halb wohl auch nie trauen eine Podi­ums­dis­kus­sion vor ver­sier­tem deut­schem Publi­kum zu füh­ren. Heute hätte ich dazu große Lust gehabt, eigent­lich habe ich sie immer noch. Also San­jay Saul­die, wie wär’s?

Ver­mut­lich hat aber nicht­mal der Gan­ges genug Was­ser, um die­sen Mist von der Bild­flä­che wegzuschwemmen…

Popu­la­rity: 70%