24/7 — Der Wochenrückblick (KW 03/08)

Diese Woche ver­lief etwas ruhi­ger auf die­sem Blog, also pack ich die wich­tigs­ten Ereig­nisse in den Wochenrückblick:

  • Die Samwer-Brüder stei­gen bei Face­book ein. Gemun­kelt wird über einen Betrag zwi­schen 20 und 50 Mil­lio­nen Dol­lar, der den Unter­neh­mens­wert von Face­book auf “nur” 50 Mil­li­ar­den Dol­lar schrump­fen las­sen würde. In der Ver­gan­gen­heit hat­ten die “Jamba-Brüder” ja durch­aus einen guten Rie­cher für lukra­tive Inves­ti­tio­nen, von daher sollte man Face­book wei­ter­hin mit Span­nung ver­fol­gen. Für Face­book selbst dürf­ten die weit­rei­chen­den Betei­li­gun­gen und Kon­takte des Brüder-Trios inter­es­sant sein.
  • Die geplante Expan­sion auf den deut­schen Markt scheint auch vor­an­ge­trie­ben zu wer­den: Offen­bar wer­den User dazu ani­miert Text­bau­steine in wei­tere Spra­chen zu übersetzen.
  • Sun über­nimmt MySQL für 1 Mil­li­arde US-Dollar und Aktienoptionen.
  • Der chi­ne­si­sche Inter­net­markt wächst wei­ter­hin rasant. Allein in den letz­ten 6 Mona­ten wuchs die Anzahl der chi­ne­si­schen Inter­net­nut­zer um satte 48 Mil­lio­nen auf 210 Mil­lio­nen. Das ent­spricht einer Wachs­tums­rate von fast 30% allein im letz­ten Halb­jahr. Es gibt noch einige wei­tere inter­es­sante Zah­len, die dafür spre­chen, daß die Anzahl auch künf­tig noch wei­ter stei­gen, und den chi­ne­si­schen Markt zu einem der wich­tigs­ten im Online-Bereich über­haupt machen werden.
  • Deut­lich weni­ger Nut­zer ver­trauen auf die Qua­li­tät der Such­ma­schi­n­en­er­geb­nisse. Nur noch 51% (nach 62% in 2006) spre­chen ihnen das Ver­trauen aus. Das ver­wun­dert mich ehr­lich gesagt selbst ein wenig, immer­hin hat man die letz­ten Jahre eini­ges getan, um zumin­dest die Spam-Seiten aus dem Index zu ent­fer­nen. Mög­li­cher­weise ist der gemeine User doch nicht so ganz mit den über­mä­ßi­gen Lis­tun­gen diver­ser Online-Enzyklopädien, Auk­ti­ons­häu­ser und Preis­ver­glei­che einverstanden…
  • Mit Google Knol hat man es schein­bar nun doch nicht mehr ganz so eilig. Gezielt kurze Zeit vor dem Start von Wikia ange­kün­digt, hat das Pro­jekt offen­bar keine höchste Prio­ri­tät. Nicht unzu­träg­lich mög­li­cher­weise auch der ent­täu­schende Start der Wale­schen Suchmaschine.
  • In den USA hät­ten die Geheim­dienste gerne Zugang zu den Google-Daten. Lag ja auf der Hand. Ich warte auf den Tag wo ich meine Seele für “mehr Sicher­heit” ver­kau­fen kann. Inter­es­san­tes Geschäfts­mo­dell eigent­lich für den sata­ni­schen Dienstleistungssektor.
  • Dazu paßt natür­lich das Video “The Sho­cking Truth Behind Google’s Idea­logy”:
  • Zur Image­po­li­tur stellt man 5 Mil­lio­nen $ in den nächs­ten 5 Jah­ren für 5 Initia­ti­ven zur Ver­fü­gung: Kri­sen­prä­ven­tion, Infra­struk­tur in der 3. Welt, Mikro­fi­nan­zie­rung, erneu­er­bare Ener­gien und Hybridantriebe.
  • Auch bei der ange­kün­dig­ten Strei­chung der Pro­vi­sio­nen bei AdSense-Empfehlungen rudert man etwas zurück — aller­dings nur halb­her­zig und nicht zufrie­den­stel­lend mei­ner Mei­nung nach.
  • Wie fatal die Abhän­gig­keit von Google AdSense manch­mal sein kann, zeigt der jüngste Fall des bör­sen­no­tier­ten israe­li­schen Unter­neh­mens Incredi­Mail: aus bis­lang unbe­kann­ten Grün­den kün­digte Google die Part­ner­schaft auf, der Bör­sen­kurs des Unter­neh­men, das sich haupt­säch­lich über AdSense-Anzeigen finan­zierte, brach inner­halb von Augen­bli­cken um 40% ein. Ohne ora­keln zu wol­len, könnte nach sol­chen Erfah­run­gen einen ganz neue Form von Börsen-Insidergeschäften entstehen.
  • Fri­daynite berich­tet von star­ken Schwan­kun­gen im Google-Index. Kann ich per­sön­lich auf mei­nen Key­words nicht berich­ten, da beob­achte ich eher — erfreu­li­cher­weise — kon­stante Stei­gun­gen und ansons­ten rela­tiv sta­bile SERPs. Wie sieht’s bei euch aus?
  • Nach dem PageRank-Update letzte Woche in der Tool­bar, gab es schein­bar auch eines im Google Direc­tory. Inter­es­san­ter­weise haben dort beim Toolbar-Export deut­lich im PR redu­zierte Sei­ten noch ihren ange­stamm­ten Page­Rank bei­be­hal­ten. Ver­wun­dert mich aber ehr­lich gesagt auch nicht, so halte ich den Toolbar-Wert auf man­chen Sei­ten für schlicht­weg unrea­lis­tisch, nicht zuletzt auch weil die ein oder andere bei mir betrof­fene Seite nach wie vor her­vor­ra­gend bei doch rela­tiv inter­es­san­ten Key­words rankt. Mög­li­cher­weise han­delt es sich also tat­säch­lich um eine Art “Warn­schuß vor den Bug” oder aber auch ganz nor­male “graue Pro­pa­ganda”, sprich der geziel­ten Streu­ung von Falsch­in­for­ma­tio­nen zu eige­nen PR-Zwecken (in die­sem Fall “Public Relations”).
  • Schlechte Nach­rich­ten für die Mit­ar­bei­ter von Yahoo: der Such­ma­schi­nen­be­trei­ber plant offen­bar für die nächs­ten 2 Wochen 1500–2500 Arbeits­plätze abzu­bauen. Das ent­spricht etwa 20%.

Daß so man­cher YouTube-User die Pisa-Statistik nicht unbe­dingt nach oben getrie­ben hat dürfte bekannt sein. Daß sich jetzt aber ein Möchtegern-“Gangster” schon selbst der Poli­zei auf dem sil­ber­nen Tablett prä­sen­tiert dürfte neu sein.

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