24/7 — Der Wochenrückblick (KW 38/07)
Wie auch schon letzte Woche — anbei ein kleiner Wochenrückblick:
- Insbesondere die angekündigte Einstellung des Best-Practice-Funding-Programms (BPF) seitens Google bis 2009 sorgte für erhebliches Aufsehen in der SEM-Branche und wird mit Sicherheit einschneidende und nachhaltige Veränderungen mit sich bringen.
- Im SEO-Bereich beobachtet man weitgehend einheitlich starke Schwankungen in den SERPs (Search engine results pages). Ob man es wie bei Gerald “Index-Rhythmusstörungen” oder wie bei Johannes “Indexparty” nennt, man dürfte — wie auch bei Mario und Jojo — davon ausgehen können, daß Google momentan den extrem wichtigen und umsatzstarken Weihnachtsindex (das Weihnachtsgeschäft beginnt ja bekanntlich bereits im September, spätestens Oktober) vorbereitet.
Was ich allerdings auch persönlich beobachte ist, daß momentan Seiten nach oben gespült werden, die mit relativ simplen “Old-School-Methoden” optimiert wurden, und nicht unbedingt zur Crème de la Crème der Content-Authorities gehören.
Zumdem schießen insbesondere junge Seiten blitzschnell oft nach ganz oben, wie ich nicht zuletzt auch bei diesem Blog beobachten konnte.
Nun möchte ich mich nicht unbedingt an Verschwörungstheorien beteiligen, allerdings erscheint es mir fast so, daß auch hier gewisse finanzielle Interessen seitens Google eine Rolle spielen könnten. Google macht ja zu Weihnachten einen nicht unerheblichen Teil seines AdWords-Umsatzes, ich persönlich unterliege auch der Einschätzung, daß User gerade in der Vorweihnachtszeit vermehrt (ob des Geschenke-Drucks) gewillt sind, auch auf Anzeigen zu klicken. Von daher kann es — gerade aus wirtschaftlicher Sicht — Sinn machen, Seiten vorne zu listen, von denen man ausgehen kann, daß sie praktisch kaum Interesse daran haben, Geld in Anzeigen zu investieren. Das wären dann Seiten mit relativ wenig Trust, sprich neue und — wie Jojo es nennt — nach Spam-Methoden optimierte Seiten.
Das muß im Übrigen nicht unbedingt eine massive Verschlechterung der Index-Qualität bedeuten, reine Spam-Websites konnte ich bislang noch in keinem umkämpften Bereich in den vorderen Positionen beobachten. Auch die teilweise Verbannung von weniger sinnvollen Webkatalogen würde dafür sprechen. Es sind eben nur Websites mit anderer Marketing-Orientierung (also reine Index-Orientierung mit eher geringer Conversion-Orientierung, bzw. gänzlich unkommerziell), die genauso relevant zu einem Suchbegriff sein können, eben jedoch letztlich einen User mit ausgeprägtem Konsum-Wunsch nicht zureichend bedienen können.
Auch die klassische Verschwörung hinsichtlich eines Zusammenhangs zwischen AdWords-Budget und organischer Platzierung käme so nicht in Frage. - Wie bereits berichtet, kaufte Yahoo die Mail-Software Zimbra und Google erweiterte seine Apps um eine Online-Präsentationssoftware.
- Ein neuer Social-Bookmark-Dienst von Google — Shared Stuff — wurde entdeckt.
- Goog-411 verläßt das Beta-Stadium und wird in den USA mit — für Google — relativ hohem Werbedruck vermarktet:
- Nicht nur die New York Times öffnet seinen wertvollen Content kostenlos für die Suchmaschinen, auch das US-amerikanische StudiVZ-Vorbild Facebook öffnet seine Nutzerdaten für die “Datenkraken”.
- Google ersucht eine Erlaubnis der EU zur Übernahme von DoubleClick.
- Es gibt Übernahmegerüchte für den Domain-Registrar GoDaddy durch Google.
- Google scheint noch tiefer ins Internet-Infrastruktur-Geschäft einsteigen zu wollen, und plant ein eigenes Unterseekabel zwischen USA und Australien quer durch den Pazifik bis 2009.
- Wer hätt’s gedacht? Die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page werden in der Top-100-Liste der Oktober-Ausgabe der Vanity Fair inzwischen auf Platz 3 gerankt und belegen bei Forbes Platz 5 der reichsten US-Amerikaner.
- Passend dazu erreicht die Google-Aktie mal wieder ein neues Rekord-Hoch.
- Der deutsche AdBrite-Clone AdScale ist gestartet.
Und hier noch mein persönliches Web-Goodie der Woche:
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