Google 1984
Nein, so alt ist Google wirklich nicht. Aber George Orwells Roman “1984” könnte nicht treffender die neuen Google-DoubleClick-Pläne beschreiben.
An Content-basierte Werbung à la AdSense haben wir uns ja bereits gewöhnt, ja, wir fanden sie toll und revolutionär. Auch an Behavioral Targeting (Tracking des User-Verhaltens, z. B. für personalisierte Produktvorschläge) des Vorreiters amazon haben wir uns gewöhnt, und das ein oder Andere dadurch letztlich auch gekauft.
Aber — beide hatten ihre Grenzen, und das war auch gut so! AdSense-Anzeigen bezogen sich immer auf die Website, die gerade besucht wird, bzw. AdWords auf das gerade gesuchte Keyword. Bei amazon mußte man eingeloggt sein, oder zumindest ein aktuelles Cookie haben, zudem beschränkte sich das ganze Verhalten auf das Angebot des Bücherhändlers.
Was aber Nordamerika-Werbechef Tim Armstrong nun verlautbarte, dürfte jedem Datenschützer schwer im Magen liegen. Mit DoubleClick sollen künftig detaillierte und seitenübergreifende User-Profile erstellt werden, anhand derer sich wiederum die ausgelieferten Google-Anzeigen orientieren.
Das würde bedeuten, daß ich heute was im Erotik-Shop bestelle, und morgen bei der Suche nach “Online-Shop” lauter Anzeigen über die neuesten Dildos, Gleitcremes und Penisringe ausgeliefert bekomme.
Macht sich prima auf Mehrbenutzer-PCs…
Ich kann mir kaum vorstellen, daß diese Ankündigung dem Kartellverfahren zur DoubleClick-Übernahme zuträglich sein wird, eigentlich hoffe ich es sogar.
Popularity: 4%
Trackback
RSS Feed

3 Kommentare
1.
der-Heiko schrieb am 14. Dezember 2007 um 07:49
Google Epic ist aber schon bekannt, oder?
http://media.aperto.de/google_epic2015_de.html
Grüssle Heiko
2.
kralle schrieb am 14. Dezember 2007 um 10:43
Stimmt, daran hatte ich gar nicht mehr gedacht. Wobei es schon erschreckend ist, wie sehr die Realität in die Fiktion von Google Epic 2015 wandert.
3.
24/7 - Der Wochenrückblick (KW 50/07) » Allgemein » sumaphil.de schrieb am 17. Dezember 2007 um 02:40
[…] Auch Googles Werbechef für Nordamerika, Tim Armstrong, enthüllte weniger datenschutzfreundliche Pläne für die DoubleClick-Übernahme. […]