Google 2001

von kralle am 1. Oktober 2008

Zu Googles 10-jährigem Jubi­läum stellt die Such­ma­schine “den ältes­ten ver­füg­ba­ren Index” noch­mals zum Retro-Suchen öffentlich:

Google 2001

Mario bemerkt zwar tref­fend, daß hier einem so man­che Jugend­sünde plötz­lich wie­der vor Augen geführt wird :) den­noch finde ich etwas noch viel befremdlicher:

Google scheint sei­nen kom­plet­ten Index also offen­bar bereits seit 2001 voll­stän­dig bis heute zu archi­vie­ren.
Ich kann mir nicht vor­stel­len, daß eine solch pau­schale Archi­vie­rung die­ser enor­men Daten­men­gen in Europa auch nur annä­hernd an die Grenze des Erlaub­ten sto­ßen würde, geschweige denn die öffent­li­che Zugäng­lich­keit. Immer­hin gab es auch schon damals Web­sites mit per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten, und die ver­meint­li­che “Jugend­sünde” ist plötz­lich nicht mehr nur ein pein­li­cher Moment, son­dern oft auch ande­rer, z. B. mit juris­tisch rele­van­ter Natur. Und seien es nur die heute pein­li­chen öffent­li­chen Lie­bes­schwüre an die Ex-Ex-Ex-Ex-Ex-Verflossene…
Frei­lich, es gibt archive.org, aber hier ist

  1. keine Voll­text­su­che über den kom­plet­ten Daten­be­stand möglich
  2. nur die auf­wän­dige manu­elle Sich­tung ein­zel­ner Web­sites (bei bekann­ter URL) möglich
  3. wur­den nicht alle Inhalte erfasst, son­dern oft nur Start­sei­ten und wich­tige Unter­sei­ten und
  4. ist es bei archive.org immer­hin noch mög­lich diese Inhalte ent­fer­nen zu las­sen.

Mit infor­ma­tio­nel­ler Selbst­be­stim­mung hat das Ganze frei­lich nicht mehr viel zu tun!
Man sollte sich hier­bei auch vor Augen füh­ren, daß Google sei­ner­zeit längst nicht die “Daten­krake” war, als wel­che sie heute oft kri­ti­siert wird. AdWords gab es gerade mal seit etwa 1 Jahr, und bis dato auch nur in den USA. Pro­fit­ori­en­tiert war man wohl, all­machts­an­stre­bend aber wohl eher noch nicht.
Für mich zeigt sich hierin, daß man auch schon sei­ner­zeit auf The­men wie Daten­schutz pfiff, und diese Unter­neh­men­po­li­tik lei­der erst heute ihr wah­res Gesicht zeigt.
Schon lus­tig, daß man aus­ge­rech­net von Google-Analytics-Webmastern ver­langt eine Daten­schutz­er­klä­rung abzugeben…

Ein Pro­blem bei die­sem wahn­sin­ni­gen Daten­ma­te­rial ist natür­lich auch, daß Google genau nach­voll­zie­hen kann, was wel­cher Web­mas­ter wann getrie­ben hat. Auch hier könnte zumin­dest theo­re­tisch eine alte Jugend­sünde bis heute Kon­se­quen­zen haben, zumin­dest wenn Google es wol­len würde.

Alles in Allem beun­ru­higt mich das Ganze schon etwas, gleich­wohl ich in dem öffent­li­chen Daten­be­stand nichts für mich per­sön­lich Rele­van­tes gefun­den haben, auch wenn das Ange­bot natür­lich auch ein­fach nur Spaß machen kann ;)

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Mike Oktober 1, 2008 um 18:31

Schon krass, die Ergebnisse von damals.

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Frei-Gen'er Oktober 1, 2008 um 21:48

Einfach beruhigend das es auch noch andere Leute im SEO-Sektor gibt die die Google Entwicklung auch kritisch betrachten! Thx Phil

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TC Stahl Oktober 2, 2008 um 18:40

Also grundsätzlich bin ich ja leidenschaftlicher Kritiker der Google-Macht. Aber hier kann ich nicht wirklich ein Problem sehen. Wie immer wird ja auf die entsprechende Seite verwiesen. Existiert diese noch, ist sie öffentlich. Wenn nicht, erscheint ein 404er. Man kann zwar per Link auch die archivierten Seiten – sofern vorhanden – aufrufen. Aber das ist ja nichts anderes als Archive.org

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jan Oktober 4, 2008 um 07:32

naja, gogole hat den index selber erstellt, warum sollten sie ihn dann nicht speichern dürfen und verwenden? schliesslich ja jeder die möglichkeit seine seite von google index auszunehmen.

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kralle Oktober 5, 2008 um 23:24

@TC Stahl

Hmm, du bist also damit einverstanden, daß Google personenbezogene Daten von dir bereits seit mindestens 7 Jahren dauerhaft speichert?

@jan

Google speichert grundsätzlich nicht “seinen” Index, sondern fremde Inhalte. Googel doch mal nach “Informationeller Selbstbestimmung” ;)
Das Entfernen aus dem Index funktioniert aber nur für den öffentlichen Index zum aktuellen Zeitpunkt, nicht aber für bereits archiviert Datenbestände.

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Moni August 18, 2010 um 21:40

Was für ein Unterschied

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Anja Juni 29, 2011 um 21:02

Früher war es wohl auch als Webseiten betreiber einfacher ein gutes Ranking zu erhalten.

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Timo Oktober 9, 2011 um 19:07

Wenn man sich im Netz immer ordentlich benimmt braucht man ja auch keine Angst vor der Speicherung der Daten zu haben. Wenn dann die Ex nicht gerade so aussehen wie die Perlen von Schwiegertochter gesucht dann ist das ja auch nicht so schlimm :) Nee aber mal im ernst oft wird das mit dem Datenschutz auch übertrieben…

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onkelseoserbe Oktober 19, 2011 um 13:38

das waren noch zeiten… und heute tanzt der bär bzw. panda ;)

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