Live Search 2.0 — Wer hat den Größten?
Microsoft hat seine Live Search in einer neuen Version ins Rennen um Suchmaschinenmarktanteile geschickt. Rein auf den ersten Blick konnte ich lediglich kosmetische Änderungen der Startseite feststellen. Die Suchergebnisseiten selbst erscheinen wie zuvor auch.
Bei GoogleFokus — wo ein wenig ausführlicher getestet wurde — wurde ich allerdings darauf aufmerksam, daß die Erweiterte Suche umfangreicher ausgestaltet wurde. Über 3 Regler lassen sich die Parameter “frsh” (“Nicht aktualisiert” — “Kürzlich aktualisiert”), “popl” (“Seltener besucht” — “Häufig besucht”) und “mtch” (“Ungefähre Übereinstimmung” — “Genaue Übereinstimmung”) auf einer Skala von 0–100 einstellen. Standard ist 50. Die Parameter lassen sich auch direkt im Suchfeld eingeben, z. B. “Keyword {frsh=25}” für eher statische Informationen.
Golem berichtet davon, daß zudem der Index verfünffacht werden soll, um damit “für die Webzukunft gerüstet sein und alle wichtigen Bereiche des Internets abdecken können”. Es bleibt natürlich fraglich, ob mit einer alleinigen Vergrößerung des Index auch die Suchanfragen besser bedient werden können. I. d. R. sind mehr als 30 Suchergebnisse für ein Keyword ohnehin mehr als ausreichend, von daher sollte man eher auf bessere Duplettenerkennung, und damit auf Qualität setzen, als auf Masse und Quantität. Da aber — wie es weiter im Bericht heißt — insbesondere die Video-Suche (bislang nicht bei der deutschsprachigen Suche) stark verbessert werden soll, wird hier vermutlich auch ein Großteil der Indexvergrößerung stattfinden. Zudem sollen spezielle Suchanfragen zu Branchen, Unterhaltung, Shopping und Gesundheit individueller bedient werden, und wohl z. T. auch in die Standardsuche eingebunden werden.
Microsoft kopiert also einmal mehr den Universal-Search-Ansatz, scheint dabei aber noch wesentlich offensiver vorzugehen. Greg Sterling hat bereits ein paar Screenshots dazu gepostet, mir persönlich gefällt die Integration wesentlich besser als bei Google.
Ebenfalls nach “von Google inspiriert” riecht die Einführung des sogenannten “RankNet”, einem Verfahren zur Bewertung von Links. Anders als beim Google PageRank sollen aber — neben der Wichtigkeit eines Links — auch die Klickrate in die Bewertung einbezogen werden. Unklar ist woher die Daten hierfür stammen sollen. Reine Daten aus den Live-SERPs wären kaum eine wirkliche realistische Bewertungsgrundlage, da bereits gut gelistete Seiten wiederum häufig geklickt würden. Die Katze würde sich in den Schwanz beißen. In Frage käme höchstens die Messung der Normabweichung. Daten wie sie Google anhand von Analytics oder der relativ verbreiteten Toolbar hat, kämen ebenfalls nicht in Frage.
Ferner sollen Kartenanfragen besser bedient und Stop-Words wieder eingeführt werden.
Alles in Allem wird mal wieder Google kopiert, anstatt gute eigene Innovationen ins Rennen zu schicken. Aber eben genau das, sowie endlich intelligentere Marketing-Konzepte (wie die verpasste Chance zur OMD), würden wirklich Belebung in den eher eingeschlafenen Wettbewerb bringen.
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2 Kommentare
1.
Die Google Krankenakte » Allgemein » sumaphil.de schrieb am 19. Oktober 2007 um 00:12
[…] was kommt da noch auf uns zu? Nachdem Microsoft bereits angekündigt hat, Suchanfragen zu Gesundheitsthemen besser bedienen zu wollen, und sogar die zentrale Datenbank “HealthVault” mit Patienteninformationen […]
2.
Live Search Sitelinks » Allgemein » sumaphil.de schrieb am 04. Dezember 2007 um 14:56
[…] bemängle ja seit Längerem die fehlende Innovationskraft und die immer geringer werden Unterscheidungskraft der […]