Wie Sie mit dem Internet Geld verdienen können
Nachdem heute ein Datenbank-Server abgeschmiert ist und meinen samstäglichen Tagesablauf etwas durcheinandergewirbelt hat, blieb mein Herd auch kalt, und ich entschied mich zur schnellen Nahrungsaufnahme im kulinarischen Tempel unter dem großen M.
Und als wäre das nicht schon schlimm genug, zwängt mir mein Tischnachbar die große Zeitung mit den großen Buchstaben quasi direkt auf. Neben einem Skandal bei “Bauer sucht Frau” brannte sich die Headline “Wie Sie mit dem Internet Geld verdienen können” in meine Netzhaut ein.
Ganz was für mich, dachte ich mir so, und investierte die 50 Cent in Altpapier das renommierte Wirtschaftsmagazin aus dem Hause Axel Springer. Die große Bild-Serie “So machen Sie mehr aus Ihrem Geld” zeigt uns wo die Goldgruben des Internets versteckt liegen. Neben den üblichen Verdächtigen, ebay und AdSense, wird hier Zanox empfohlen, was grundsätzlich auch nicht die schlechteste Möglichkeit ist seine Seite zu vermarkten.
Allerdings — und hier erkennt man wieder die journalistische Höchleistung der Boulevard-Zeitung — wird insbesondere für Einsteiger (und als solche würde ich den Durschnitts-Bild-Zeitung-Leser betrachten) die Eröffnung eines Zanox-Shops empfohlen. Auch ein Testimonial wird gleich hinterhergeschoben, Shop-Betreiber Meik O. verdient damit satte 1.000 € brutto im Jahr! Krass, das sind 83 € pro Monat vor Steuern. Dürften so Pi mal Auge unglaubliche 50 € netto im Monat sein.
Aber nun gut, für einen Einsteiger ja auch ganz nett — gut, Herr O. macht das seit 4 Jahren — fast vom Hocker fiel ich dann allerdings, als der Betreiber erklärte wie die Provisionen zustande kommen:
Ich kaufe fast alles über meinen Shop — und meine Freunde und Verwandte mittlerweile auch.
Na das nenn ich mal ein Konzept für Geld verdienen — Einkaufen im eigenen Shop. Ich mein, nichts gegen den Herrn O., aber seinen Lesern so etwas als Verdienstmöglichkeit anzubieten finde ich nun schon fast peinlich.
Denn was die Bild-Zeitung mal wieder nicht erwähnt:
Um Geld im Internet zu verdienen benötigt man in erster Linie Reichweiten. Das kann über eBay sein, oder ein eigenes Internetprojekt mit ordentlich Traffic aus Suchmaschinen. Die anderen angeführten Beispiele haben das berücksichtigt, von daher sieht deren Verdienst auch deutlich anders aus. Dem Leser wird aber mal wieder nur erzählt, daß sie nichts mehr brauchen als einen Internetanschluß, eine Website und eine kostenlose Anmeldung bei Zanox.
Freuen wir uns also auf jede Menge neue Seiten die die Welt nicht braucht und Affiliates die die Foren vollmüllen, weil sie nach 2 Wochen immer noch nicht Millionär sind.
A propos Millionär — bei der Top-Story ging’s um den Lotto-Jackpot. Vielleicht für so manchen die bessere Alternative…
Die Zahlen vom heutigen Samstag lauten übrigens 12, 21, 23, 29, 35, und die 41. Superzahl ist die 0, Zusatzzahl die 8. Ich habe übrigens nicht gespielt
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3 Kommentare
1.
Seoblogger schrieb am 01. Dezember 2007 um 21:40
Na is doch ganz klar warum Zanox von dem Axel, dem Springer gehypt wird. Zanox gehört denen ja auch.
2.
24/7 - Der Wochenrückblick (KW 48/07) » Allgemein » sumaphil.de schrieb am 03. Dezember 2007 um 00:44
[…] Vielleicht sollte sich der Akademiker mal Gedanken darüber machen, wie man im Internet Geld verdient… […]
3.
Mike schrieb am 07. Dezember 2007 um 09:32
Tja, das mit der Reichweite ist wohl der wichtigste Faktor, der ja in solchen Berichten überhaupt nie zur Sprache kommt. Möchte gern mal wissen, wieviel von solch Zanox Shops überhaupt Umsatz generieren? Wie will ma da überhaupt Traffic hinbringen? Das ist ja su gut wie unmöglich. Aber zum Ködern von Neukunden reicht der Bericht ja allemal aus.