28. Mai 2009

Google entfernt Shopping-Links in Universal Search

Google scheint seit gerade eben zu tes­ten, die Produktsuche-Ergebnisse in der Uni­ver­sal Search nicht mehr direkt zu ver­lin­ken, son­dern nur noch den Link auf die eige­nen Shopping-Ergebnisse zu belassen:

Shopping Universal Search

Zusätz­lich erscheint wie­der das Warenkorb-Symbol. Aus User-Sicht nicht wirk­lich hilf­reich, aus Suchmaschinenmarketer-Sicht natür­lich ein Traffic-Killer. Freuen wer­den sich dafür die klas­si­schen Index-Ergebnisse und Google selbst — Mehr Ad Impres­si­ons ;) . Den­noch hoffe ich mal, daß das nur eine Test­phase bleibt. Wobei Google bei Google Base seit ges­tern das “Beta” im User-Backend ent­fernt hat, und auch sonst in den letz­ten Wochen viel daran ver­än­dert hat. Gut mög­lich, daß das Thema in Moun­tain View gerade heiß gekocht wird, und wir die nächs­ten Wochen noch mit eini­gen wei­te­ren Ver­än­de­run­gen rech­nen müssen.

Popu­la­rity: 40%

26. Mai 2009

Google Music Search wiederbelebt?

Bei mei­ner Suche durchs Inter­net bin ich zuerst über das Won­der­wheel gestol­pert und hab direkt mal ein biss­chen aus­pro­biert. Dabei hab ich dann ein­fach mal biss­chen getes­tet und hab mal nach Emi­nem gesucht und bekam doch was inter­es­san­tes in der Uni­ver­sal Search prä­sen­tiert, näm­lich die Google Musicsearch:

Google Wonderwheel mit Ergebnissen

Google Won­der­wheel mit Ergebnissen

Wonderwheel Suche nach Eminem Discography

Won­der­wheel Suche nach Emi­nem Discography

Durch den Klick auf das Bild oder den Namen kommt man dann auf die Ergebnisseite:

Musicsearch Eminem

Music­se­arch Eminem

Die Alter­na­tive: Auf­lis­tung der Musik-Shops

Musicsearch Eminem

Music­se­arch Eminem

Bereits 2005 hat Google die Music­se­arch gestar­tet und anschei­nend nicht wirk­lich wei­ter­ge­pflegt. Dies könnte sich in Zukunft wie­der ändern, wenn die Music Search in die Uni­ver­sal Search Ergeb­nisse mit auf­ge­nom­men und pro­mi­nent plat­ziert wird. Es könnte genauso pas­sie­ren, dass die Music­se­arch in Google Base über­wan­dert und mit wei­te­ren Para­me­tern inter­es­sante SERPs lie­fert. Wie wir ja wis­sen, wird sich 2009 eini­ges in den SERPs tun, viel­leicht ist dies ein Schritt, der wie­der­be­lebt wird. Wir wer­den sehen.

Und noch ein paar wei­tere Screen­shots, die Euch viel­leicht auch interessieren:

Wonderwheel Suche nach "Green Day Dookie"

Won­der­wheel Suche nach “Green Day Dookie”

Musicsearch Shops

Music­se­arch Shops

Popu­la­rity: 38%

02. April 2009

Sanjay Sauldie — Warum ich meine Meinung geändert habe

Bitte beach­ten:

Wei­ter unten fin­det ihr einen Arti­kel, der nicht mehr meine aktu­elle Mei­nung und mei­nen jet­zi­gen Kennt­nis­stand wider­spie­gelt. Er steht dort nur der Voll­stän­dig­keit hal­ber, um einen Vor­gang nicht aus dem Zusam­men­hang zu rei­ßen, und weil ich auch zu Feh­lern und unrich­ti­gen Mei­nun­gen stehe. Er wird aber inhalt­lich nicht immer gerecht, zudem sollte die­ser nur im Zusam­men­hang mit den anschlie­ßen­den Kom­men­ta­ren betrach­tet wer­den.
Beson­ders ent­schul­di­gen möchte ich mich für die (unbe­ab­sich­tigte) Belei­di­gung der Reli­gio­si­tät von Herrn Saul­die. Nicht aus poli­ti­cally cor­rect­ness, son­dern weil ich selbst dies als per­sön­li­che und schlimme Belei­di­gung emp­fin­den würde. Das mag nicht jeder nach­voll­zie­hen kön­nen, muss er aber auch nicht.

Warum habe ich meine Mei­nung geändert?

Nun, mein ers­ter Ein­druck von Herrn Saul­die war ein sehr Schlech­ter muß ich sagen. Er urteilte sehr pau­schal (und auch sehr schlecht) über Agen­tu­ren und stellte das Thema Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting der­art ver­ein­facht dar, daß er auf mich wie einer die­ser vie­len “Online-Gurus” mit wenig Back­ground aber dafür dicker Brief­ta­sche wirkte. Ich fühlte mich damit auch sehr per­sön­lich ange­grif­fen. Seine Web­site und auch einige der ange­führ­ten Refe­ren­zen wir­ken auf einen Profi natür­lich eher wenig auf­re­gend, zumin­dest aus dem rei­nen Blick­win­kel von Pro­fis. Wir ken­nen alle diese Heiliger-Gral-Finder, die zwar wenig mit fach­li­cher Kom­pe­tenz beste­chen, dafür aber umso mehr mit Selbstvermarktung.

Gut, ich also Schub­lade auf, Blog­bei­trag ver­fasst, Schub­lade zu. Meist ist dies auch nicht die fal­sche Schub­lade, aber ich lasse mich gerne eines Bes­se­ren beleh­ren.
Danach war es eigent­lich ein paar Wochen recht ruhig, bis dann Anfang letz­ter Woche ein paar zwei­fel­hafte Kom­men­tare auf den Bei­trag ein­tru­del­ten, die dann plötz­lich einen Stein ins Rol­len brach­ten. Als dann die WOTR diese Woche die Ange­le­gen­heit auf­grif­fen, kam es zu eini­gen durch­aus kon­tro­ver­sen Mei­nun­gen.
Auch bei mir per­sön­lich ver­schlech­terte sich das Bild von Herrn Saul­die noch eher, als daß es sich verbesserte.

Von daher war ich umso posi­ti­ver über­rascht, als er sich per­sön­lich mit einem — wie ich finde — fai­ren und sach­li­chen Kom­men­tar zu Wort mel­dete. Ich schätze eine sol­che Art und Weise der Reak­tion. Meist wird in die­ser Bran­che in teil­weise noch viel harm­lo­se­ren Fäl­len gleich zur Rechts­keule gegrif­fen. Ehr­lich gesagt hatte ich auch fast schon damit gerech­net.
Eben das ist nicht pas­siert, son­dern Herr Saul­die suchte den direk­ten Kon­takt auf sach­li­cher Ebene. Find ich gut. Ganz ehr­lich. Von daher fiel auch meine Reak­tion ähnlich sach­lich aus.
Heute kom­men­tierte Herr Saul­die noch­mals ähnlich sach­lich und mel­dete sich — noch bevor ich ant­wor­ten konnte — im Laufe des Tages per Tele­fon. Allein dies hat mich wie­derum posi­tiv über­rascht, Men­schen die etwas zu ver­ber­gen haben suchen meist sel­ten den per­sön­li­chen Kon­takt (außer Pseudo-VW-Opfer, aber ande­res Thema ;) ). Wie­der ein­mal — Dau­men hoch, tolle Reak­tion!
Aber auch der Gesprächs­in­halt. Wir haben uns wirk­lich sach­lich und fair unter­hal­ten, auch die kri­ti­schen Punkte ange­spro­chen. Wir haben uns über Sach­the­men unter­hal­ten, und ich muß auch mei­nen Ein­druck von dem feh­len­den fach­li­chen Back­ground berich­ti­gen. Herr Saul­die ist gut infor­miert und hat ein — auf mich zumin­dest so wir­ken­des — lei­den­schaft­li­ches Inter­esse an dem Thema. Frei­lich geht er nicht der­art in die Tiefe wie pro­fes­sio­nelle SEOs es tun. Um das nach­voll­zie­hen zu kön­nen mußte ich auch erst­mal die eige­nen Scheu­klap­pen (ich hätte nie gedacht jemals seo-united.de zu refe­ren­zie­ren ;) ) able­gen und die Betriebs­blind­heit abstel­len, ja mich vom eige­nen Tel­ler­rand entfernen.

Und ich muß sagen, objek­tiv betrach­tet ver­folgt San­jay Saul­die einen nicht unin­ter­es­san­ten Ansatz: das (durch­aus sehr kom­plexe und oft sehr tech­ni­sche) Thema Online Mar­ke­ting einer Ziel­gruppe näher­zu­brin­gen, für die das ein Buch mit Sie­ben Sie­geln ist, oder aber oft auf inner­be­trieb­li­chen Wider­stand stößt. Ich glaube man könnte sich es unge­fähr so vor­stel­len, sei­ner Groß­mut­ter zu erklä­ren warum ihr twit­tert ;)
Sprich er bricht kom­plexe Vor­gänge der­art ver­ein­facht her­un­ter, daß natür­lich auch der inhalt­li­che Anspruch, wie die Meis­ten von uns ihn gerne ver­fol­gen, teil­weise auch ver­lo­ren geht. In die­sem Falle muß er das auch. Ob lei­der oder nicht ist Geschmacks­sa­che, ich finde es jeden­falls einen (wirk­lich) inter­es­san­ten Ansatz.

Ich glaube mit sol­chen Ziel­grup­pen sind wir rela­tiv sel­ten kon­fron­tiert, denn das sind die Ent­schei­der, die beim ers­ten Call den Hörer auf die Gabel legen.
Sein Inter­esse besteht auch nicht darin selbst SEO-Leistungen zu ver­kau­fen, er tritt hier eher ver­mit­telnd und bera­tend auf.

Jeden­falls hat­ten wir ein sehr lan­ges und gutes Gespräch (das ich hier ohne­hin nur anrei­ßen kann), und ich finde, daß es durch­aus berech­tigt ist, San­jay Saul­dies Aus­sa­gen und Auf­tre­ten dif­fe­ren­zier­ter zu betrach­ten, und ihm auch ein offe­nes Ohr zu schen­ken. Frei­lich lie­fen ein paar Dinge nicht so dolle, wie z. B. besagte Kom­men­tare, den­noch hat sich mein Gesamt­bild von ihm sehr zum Posi­ti­ven hin ver­än­dert.
Übri­gens war die­ses State­ment meine ganz per­sön­li­che Ent­schei­dung, und geschah nicht etwa auf eine Bitte oder gar Andro­hung hin. Nur bevor noch ein­mal der Ein­druck ent­ste­hen sollte ich würde ein­kni­cken oder gar knei­fen. Ich kor­ri­giere mich gern wenn ich ein­mal falsch gele­gen haben sollte, ins­be­son­dere zum Posi­ti­ven hin. Und dazu stehe ich auch gerne.

Ich würde mich per­sön­lich sehr freuen, San­jay Saul­die auf einem der nächs­ten Bran­che­nevents zu tref­fen, und ich hoffe der Ein oder Andere schließt sich mir an.

Heute führte mich mein Weg mit ein paar Kol­le­gen auf die swiss-online-marketing in Zürich, zu der ich auch vorab für die Mes­se­zei­tung einen klei­nen Arti­kel ver­fasst habe.

Eigent­lich eine ganz nette Messe, rela­tiv klein gehal­ten, und erstaun­li­cher­weise ist der schwei­zer Online-Marketing-Markt teil­weise echt noch in der Ent­ste­hungs­phase. Sehr span­nend und inter­es­sant. Inter­es­sant v. A. auch, weil Pseudo-Experten wie ein gewis­ser San­jay Saul­die von einem “Inter­net Marketing-Institut” ver­su­chen mit wis­sent­li­chen Falsch­in­for­ma­tio­nen Kun­den das Geld aus der Tasche zu zie­hen für Wis­sen, daß in unse­ren Gefil­den bereits seit Jah­ren alle­mal für ein müdes Lächeln sor­gen würde.

Gefähr­lich wird das Ganze aber dann, wenn Leute wie San­jay Saul­die auf Marketing-Verantwortliche tref­fen, denen (noch) das nötige Know-How fehlt, um des­sen Aus­sa­gen für nicht mehr als einen net­ten April-Scherz zu halten.

Denn Eines kann der San­jay Saul­die: Ver­kau­fen, ver­kau­fen, ver­kau­fen. Aus Scheiße Stroh Gold machen. Bau­ern fan­gen.
Ein Auf­tritt in tra­di­tio­nel­lem indi­schen Kos­tüm, und eine pro­vo­kante Rede­füh­rung — der Herr Saul­die weiß wie er Leute um ihr Geld bringt. In Rhe­to­rik feh­ler­frei, inhalt­lich intelligenzbeleidigend.

Glück­li­cher­weise musste ich dem Herrn Saul­die nur wenige Minu­ten zuhö­ren, gut­mei­nende Kol­le­gen hiel­ten mich mit ehr­li­che­ren Din­gen wie küh­ler Cola oder einer Ziga­ret­ten­pause davon ab die­ser Mär­che­n­epi­sode noch mehr Lebens­zeit zu verschwenden.

Lei­der kann ich nur auf ein Gedächt­nis­pro­to­koll zurück­grei­fen, inhalt­lich ändert daß aber nicht viel an Aus­sa­gen wie:

  • “Sie müs­sen nur Ihre Tit­les ver­än­dern für ein gutes Ran­king” — Ja nee is klar, Google hat ja nur über 99 wei­tere Ranking-Kriterien, und Links und Inhalte sind natür­lich völ­lig überbewertet.
  • “Keine Online-Marketing-Agentur kann Ihnen die für Sie rich­ti­gen Key­words nen­nen” — Stimmt, die dre­hen alle Däum­chen, und wür­feln Kam­pa­gnen mit Mil­lio­nen von Key­words aus.
  • “Ver­wen­den Sie keine Marken-Domain, son­dern eine Keyword-Domain, bzw. zusätz­lich Keyword-Domains” — Rich­tig, die größ­ten und erfolg­reichs­ten Internet-Unternehmen (Google, ama­zon, eBay usw.) machen alle etwas grund­sätz­lich falsch (suchmaschine.de, buecher.de, online-auktion.de, die haben doch alle keine Ahnung!), und Dup­li­ca­ted Con­tent ist ja ohne­hin nur ein Gerücht.
  • “Online-Marketing-Agenturen machen keine Fort­bil­dun­gen” — Ich liebe Pau­schal­aus­sa­gen. Ist ja auch nicht so, als ob alle gro­ßen Agen­tu­ren mehr­fach im Jahr Schu­lun­gen bei Google absol­vie­ren, sowie fort­wäh­rend interne Schu­lungs­maß­nah­men durch­füh­ren, abge­se­hen von meist sehr kurz­fris­ti­gem und direk­tem Informationsmanagement.

Ach stimmt, das Pseudo-Institut von San­jay Saul­die bie­tet ja auch selbst Schu­lungs­maß­nah­men an. Ein Schelm wer Böses dabei denkt…

In Deutsch­land hät­ten Schar­la­tane wie San­jay Saul­die wohl kaum eine Chance. Ver­mut­lich würde sich Herr Saul­die des­halb wohl auch nie trauen eine Podi­ums­dis­kus­sion vor ver­sier­tem deut­schem Publi­kum zu füh­ren. Heute hätte ich dazu große Lust gehabt, eigent­lich habe ich sie immer noch. Also San­jay Saul­die, wie wär’s?

Ver­mut­lich hat aber nicht­mal der Gan­ges genug Was­ser, um die­sen Mist von der Bild­flä­che wegzuschwemmen…

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01. Dezember 2008

Rutenplaner & Medallienspiegel gibt’s bei Goggel, den Rest bei Tschibo und Ebey — So suchte Deutschland 2008

Wie in jedem Jahr Anfang Dezem­ber, so gibt’s auch 2008 wie­der die Liste mit den Yahoo-Top-Suchbegriffen.

Auch die­ses Jahr gibt’s wie­der eine Liste mit den häu­figs­ten Ver­tip­pern. Daß Pisa-Deutschland nicht weiß wie man Medaille schreibt oder lie­ber nach Was­ser­adern als dem schnells­ten Weg sucht, habe ich ja befürch­tet, daß Brands wie Google, eBay und Tchibo aber immer wie­der in die­sen Lis­ten auf­tau­chen, sollte man dort viel­leicht zur Kennt­nis neh­men. Die­sen poten­zi­ell ver­lo­re­nen Traf­fic wie­der ein­zu­ho­len kann am Ende des Tages auch Geld kosten.

Bei den Suchen nach den Stars und Stern­chen gibt’s für mich keine gro­ßen Über­ra­schun­gen, bis auf viel­leicht Heath Led­ger, der durch sei­nen Tod, und dem gleich­zei­tig sehr erfolg­rei­chen Batman-Film einen gewis­sen Aus­schlag nach oben auslöste.

In der Poli­tik taucht auch wenig über­ra­schen­der­weise der ame­ri­ka­ni­sche President-Elect Barack Obama ganz vorne auf, gefolgt von unse­rer Kanz­le­rin. Kon­kur­rent McCain hat’s gar nicht in die Top 10 geschafft. Daß aller­dings die nicht ganz so medi­en­prä­sente Ursula von der Leyen in die­ser Liste auf­taucht, hätte ich per­sön­lich nicht erwartet.

Grö­ßere Über­ra­schun­gen gibt’s bei der Aus­wer­tung der Urlaubs­key­words:
Wäh­rend im letz­ten Jahr noch der Gar­da­see die Rang­liste anführte, taucht er 2008 dort gar nicht mehr auf. Die Tür­kei schiebt sich auf Platz 1 und inter­es­san­ter­weise China noch auf die 2 vor dem 17. Bun­des­land. Ver­mut­lich hat die Olym­piade doch ein rela­tiv hohes Such­vo­lu­men aus­ge­löst, das dann offen­bar auch dem Rei­se­be­reich zuge­ord­net wurde. Daß dort der Tou­ris­mus jetzt boomt kann ich mir ehr­lich gesagt nicht so recht vorstellen.

Zumin­dest ver­drängt der gute alte Kar­tof­fel­sa­lat den Pfann­ku­chen, das ist doch mal ne Nach­richt :)

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01. Oktober 2008

Google 2001

Zu Googles 10-jährigem Jubi­läum stellt die Such­ma­schine “den ältes­ten ver­füg­ba­ren Index” noch­mals zum Retro-Suchen öffentlich:

Google 2001

Mario bemerkt zwar tref­fend, daß hier einem so man­che Jugend­sünde plötz­lich wie­der vor Augen geführt wird :) den­noch finde ich etwas noch viel befremdlicher:

Google scheint sei­nen kom­plet­ten Index also offen­bar bereits seit 2001 voll­stän­dig bis heute zu archi­vie­ren.
Ich kann mir nicht vor­stel­len, daß eine solch pau­schale Archi­vie­rung die­ser enor­men Daten­men­gen in Europa auch nur annä­hernd an die Grenze des Erlaub­ten sto­ßen würde, geschweige denn die öffent­li­che Zugäng­lich­keit. Immer­hin gab es auch schon damals Web­sites mit per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten, und die ver­meint­li­che “Jugend­sünde” ist plötz­lich nicht mehr nur ein pein­li­cher Moment, son­dern oft auch ande­rer, z. B. mit juris­tisch rele­van­ter Natur. Und seien es nur die heute pein­li­chen öffent­li­chen Lie­bes­schwüre an die Ex-Ex-Ex-Ex-Ex-Verflossene…
Frei­lich, es gibt archive.org, aber hier ist

  1. keine Voll­text­su­che über den kom­plet­ten Daten­be­stand möglich
  2. nur die auf­wän­dige manu­elle Sich­tung ein­zel­ner Web­sites (bei bekann­ter URL) möglich
  3. wur­den nicht alle Inhalte erfasst, son­dern oft nur Start­sei­ten und wich­tige Unter­sei­ten und
  4. ist es bei archive.org immer­hin noch mög­lich diese Inhalte ent­fer­nen zu las­sen.

Mit infor­ma­tio­nel­ler Selbst­be­stim­mung hat das Ganze frei­lich nicht mehr viel zu tun!
Man sollte sich hier­bei auch vor Augen füh­ren, daß Google sei­ner­zeit längst nicht die “Daten­krake” war, als wel­che sie heute oft kri­ti­siert wird. AdWords gab es gerade mal seit etwa 1 Jahr, und bis dato auch nur in den USA. Pro­fit­ori­en­tiert war man wohl, all­machts­an­stre­bend aber wohl eher noch nicht.
Für mich zeigt sich hierin, daß man auch schon sei­ner­zeit auf The­men wie Daten­schutz pfiff, und diese Unter­neh­men­po­li­tik lei­der erst heute ihr wah­res Gesicht zeigt.
Schon lus­tig, daß man aus­ge­rech­net von Google-Analytics-Webmastern ver­langt eine Daten­schutz­er­klä­rung abzugeben…

Ein Pro­blem bei die­sem wahn­sin­ni­gen Daten­ma­te­rial ist natür­lich auch, daß Google genau nach­voll­zie­hen kann, was wel­cher Web­mas­ter wann getrie­ben hat. Auch hier könnte zumin­dest theo­re­tisch eine alte Jugend­sünde bis heute Kon­se­quen­zen haben, zumin­dest wenn Google es wol­len würde.

Alles in Allem beun­ru­higt mich das Ganze schon etwas, gleich­wohl ich in dem öffent­li­chen Daten­be­stand nichts für mich per­sön­lich Rele­van­tes gefun­den haben, auch wenn das Ange­bot natür­lich auch ein­fach nur Spaß machen kann ;)

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02. September 2008

Browser Wars 2.0

Die Sil­ber­rü­cken unter uns wer­den sich viel­leicht dun­kel erin­nern:
Irgend­wann Ende der 90er wurde der Quasi-Standard unter den Web­brow­sern — der Net­scape Navi­ga­tor — fast über Nacht von Micro­softs Ant­wort Inter­net Explo­rer aus dem Markt gefegt. Frei­lich wurde hier von Sei­ten Micro­softs nicht immer mit Wat­te­bäusch­chen gewor­fen — mög­lichst hohe Hür­den für alter­na­tive Brows­er­her­stel­ler wur­den auf­ge­stellt, gleich­zei­tig aber auch der eigene Brow­ser wei­ter­ent­wi­ckelt, und so hielt sich die­ser auch bis heute trotz erst­zu­neh­men­der Kon­kur­renz bei etwa ¾ Markt­an­teil. Der Dis­put ging als “Brow­ser­krieg” in die Anna­len ein.

Und so ist es auch nur logisch, daß nach der mei­ner Mei­nung nach gelun­ge­nen Ver­sion 3 des größ­ten Wett­be­wer­bers Mozilla Fire­fox mit ca. 20% Markt­an­teil, Ende des Jah­res der IE 8 erschei­nen soll.
Neu in die­ser Ver­sion soll u. A. der soge­nannte “InPrivate-Browsing-Modus” sein, einer Art Datenschutz-Modus, in dem kein Ver­lauf und keine Coo­kies gespei­chert wer­den sol­len. In Sachen Daten­schutz natür­lich eine tolle Sache, da muss sogar ich zustim­men. Für Daten­krake Google aller­dings ein Schlag ins Gesicht.
Auch Online Mar­ke­ter wird diese Neue­rung vor mas­sive Pro­bleme stel­len. So sind die aller­meis­ten Tracking-Systeme, die die Grund­lage von Maß­nah­men­steue­rung und –mes­sung, und letzt­lich auch der Abrech­nung bil­den, haupt­säch­lich Cookie-basiert. Ins­be­son­dere performance-orientierten Berei­chen wie dem Affiliate-Marketing wird diese Neue­rung Bauch­schmer­zen berei­ten. Alter­na­tive Tracking-Lösungen sind gefragt, Mar­kus nennt hier bei­spiels­weise Tech­ni­ken wie Flash-Cookies oder Local Shared Objects.
Zwar wird es wohl auch im “InPrivate-Browsing-Modus” Session-Cookies geben, so daß zumin­dest direkte Con­ver­si­ons wei­ter­hin gemes­sen wer­den kön­nen, sämt­li­che Post-Orders jedoch wer­den nicht mehr zuge­ord­net wer­den kön­nen, je nach Bran­che ist deren Anteil auch nicht uner­heb­lich. Wo kein Coo­kie jedoch, da keine Ver­gü­tung. Mer­chants wer­den die­sen Umstand künf­tig wohl auch bei ihrer Kon­di­ti­ons­ge­stal­tung berück­sich­ti­gen, Affi­lia­tes ihre Aus­rich­tung ent­spre­chen anpas­sen müssen.

Doch das Google-Imperium schlägt zurück. Viel­leicht nicht unbe­dingt als direkte Ant­wort auf den Inter­net Explo­rer 8, viel­mehr in Form eines Angriffs auf Micro­soft an allen Fron­ten, selbst auf ihren bis­lang kaum erschüt­ter­li­chen Kern­be­reich — Win­dows. “Aus Ver­se­hen” erreichte Blo­go­scoped ges­tern eine Mail von Google mit einem Comic der ein Pro­dukt names “Google Chrome” vor­stellt — den Google Brow­ser!
Die Gerüch­te­kü­che bro­delte frei­lich schon län­ger dahin­ge­hend, und wer Googles All­machts­an­spruch kennt, weiß daß der Sup­port für den Fire­fox nur eine Zwi­schen­lö­sung gewe­sen sein konnte. So fiel ich allein ob der Mel­dung nicht direkt vom Hocker, viel inter­es­san­ter finde ich die vor­ge­stellte Archi­tek­tur des Brow­sers:
Neben den für Brow­sern heute übli­chen Sicher­heits– und Usability-Funktionalitäten läuft jedes Tab in einem eige­nen Pro­zess, auch Java­Script wurde grund­le­gend über­ar­bei­tet und erhielt eine eigene Vir­tual Machine genannt “V8”. Bei­des ermög­licht unge­kannte Sta­bi­li­tät und hohe Aus­füh­rungs­ge­schwin­dig­keit auch bei sehr kom­ple­xen Ajax-Anwendungen, wie sie bei­spiels­weise in Google Docs — der Ant­wort auf Micro­soft Office — und etli­chen ande­ren Google-Diensten zum Zuge kom­men. Zusam­men mit Breitband-Internetanschlüssen ermög­licht Google Chrome damit künf­tig völ­lig platt­for­mu­n­ab­hän­gige Soft­ware. Egal ob auf dem hei­mi­schen Windows-Notebook, dem Linux-Rechner im Büro oder unter­wegs mit dem Google-Android-Handy — über­all die­selbe Ober­flä­che, die­selbe Soft­ware, die­sel­ben Daten. Ver­füg­bar­keit jeder­zeit und über­all, ein schlan­kes Betriebs­sys­tem und Google Chrome wür­den genü­gen. Die Ziel­rich­tung ist klar: Micro­soft auch hier das Was­ser abgra­ben und gleich­zei­tig noch mehr User-Daten sam­meln. Ein für mich bis­lang wich­ti­ger Punkt für ein Windows-Betriebssystem war immer der, daß viel Standard-Software eben nur auf Microsoft-Rechnern läuft. Habe ich das alles online zur Ver­fü­gung wäre es mir so ziem­lich wurscht ob ich mir Win­dows, Linux oder MacOS auf die Platte spiele. Frei­lich wer­den große und kom­plexe Anwen­dun­gen wie Pho­to­shop längst nicht so ohne Wei­te­res rein online­ba­siert lau­fen, zudem müss­ten auch die Her­stel­ler von die­ser Dis­tri­bu­ti­ons­mög­lich­keit erst noch über­zeugt wer­den, die tech­ni­schen Grund­la­gen sind mit Google Chrome aber geschaf­fen. Da es Open­Source ist, wer­den sich auch schnell Ent­wick­ler fin­den, die ent­spre­chende Tools dafür ent­wi­ckeln wer­den, Reich­wei­ten und Markt­macht von Google wer­den ihr Übri­ges tun.

Was dann noch fehlt, ist die Google-Online-Festplatte, wie bei Android und Chrome bro­delt jedoch auch hier die Gerüch­te­kü­che in Rich­tung eines GDrive schon seit Län­ge­rem. Ich würde dar­auf wet­ten, daß es nicht mehr allzu lange dau­ert, bis wir auch hier einen wei­te­ren Schritt in Rich­tung Online-Betriebssystem und einem Google-für-alles-ausser-Sex erwar­ten dürfen.

So befürchte ich, daß auch ich mir heute Abend gg. 21 Uhr MESZ den neuen Google-Browser hier her­un­ter­la­den werde. Leider.

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16. August 2008

WordPress Automatic Upgrade

Ges­tern erschien mit 2.6.1 mal wie­der eine neue WordPress-Version. Und da ich sol­che Updates scheue wie der Teu­fel das Weih­was­ser (“never change a run­ning sys­tem”), habe ich die Info wie immer ein­fach hin­ge­nom­men, und gehofft, daß mir keine Sicher­heits­lü­cke jemals zum Pro­blem wird. Ins­be­son­dere den Sprung auf 2.5, der anschei­nend vie­ler­seits auch pro­blem­be­haf­tet war, habe ich gescheut, und so hatte ich Blogs in frü­hen 2er Ver­sio­nen immer noch am Laufen.

Im SEO-Chat erwähnte dann Axel bei­läu­fig, daß es wohl ein Auto-Update-Plugin gäbe, etwas das ich schon lange gesucht habe, denn unab­hän­gig vom gene­rel­len Update-Risiko, habe ich den nicht ganz uner­heb­li­chen Auf­wand für die stän­di­gen Updates gescheut.
Mei­ner Ansicht nach gehört eine sol­che Funk­tion ohne­hin in jede ver­nünf­tige Software.

Schlu­ßend­lich habe ich mir dann also das WordPress-Automatic-Upgrade-Plugin ange­se­hen, und konnte damit tat­säch­lich inner­halb von ein paar Minu­ten ein WordPress-Update ohne große Bauch­schmer­zen durch­füh­ren.
Das Plu­gin erstellt zunächst ein Dateien– und Datenbank-Backup, lädt sich anschlie­ßend die jeweils aktu­ellste WordPress-Version her­un­ter und instal­liert diese.
Wie gewohnt klappt das lei­der wohl nicht bei allen Instal­la­tio­nen so rei­bungs­los, in 2 Fäl­len konnte das Plu­gin Word­Press nicht in den “main­ten­ance mode” set­zen. Abhilfe schaffte dann ein kom­plet­tes CHMOD 777 über alle Dateien und Ver­zeich­nisse (bitte anschlie­ßend wie­der auf 644 setzen).

Lei­der ist momen­tan auch die Funk­tion für die jeweils sprach­spe­zi­fi­schen Ver­sio­nen noch nicht aktiv, was sich aller­dings rela­tiv leicht behe­ben läßt (geht aller­dings nur bei allow_url_fopen ON), indem man in der Datei “wordpress-automatic-upgrade.php” die Zeile 1033

$downloadURL = 'http://wordpress.org/latest.zip';

ersetzt mit

$downloadURL = 'http://static.wordpress-deutschland.org/de-edition/latest.zip';

Zumin­dest bei mir hat’s hingehauen.

Alles in Allem muss ich sagen, daß das Word­Press Auto­ma­tic Upgrade eines der bes­ten WordPress-Plugins ist, das mir je unter­ge­kom­men ist, und das ich — trotz dem klei­nen 777-Bug — nur wei­ter­emp­feh­len kann!

Update

Der Work­a­round für die deut­sche Ver­sion macht offen­bar z. T. Pro­bleme. Bes­ser also mit der Eng­lisch­spra­chi­gen upda­ten, und anschlie­ßen noch manu­ell die deut­sche Sprach­da­tei hochschieben.

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08. April 2008

SEO the sexy way

Ja, ich lebe noch, ja mir geht es gut und nein ich stelle die­sen Blog nicht ein :)

Es ward etwas ruhig in letz­ter Zeit in die­sem Blog, Gründe dafür gibt es zahl­rei­che. Aller­dings weni­ger was das Blog­gen an sich betrifft (was mir nach wie vor gro­ßen Spaß macht), son­dern viel­mehr externe Gründe:

Zunächst hatte und habe ich zur Zeit viel zu tun im Job, was ja auch grund­sätz­lich nichts Schlech­tes ist. Das geht aber dann meist ein­her mit weni­ger Frei­zeit, und in eben die­ser ent­steht die­ser Blog. Und da mußte ich ein­fach Prio­ri­tä­ten set­zen, so gerne ich auch blogge, meine sozia­len Kon­takte im “ech­ten Leben” sind mir nun­mal wich­ti­ger ;)

Hinzu kam der Total­crash mei­ner Haupt­fest­platte vor ein paar Wochen. Da sind prak­tisch die wich­tigs­ten Daten der letz­ten 12 Jahre drauf, also hat­ten erst­mal (lei­der erfolg­lose) Ret­tungs­ver­su­che Prio­ri­tät (ein funk­tio­nie­ren­des Sys­tem hatte ich ohne­hin nicht). Für die sünd­haft teu­ren Spe­zi­al­la­bore war ich ehr­lich gesagt zu gei­zig, wobei ich dazu sagen muß, daß ich in Daten­ret­tung doch rela­tiv erfah­ren bin, und mir wäh­rend des Stu­di­ums damit so eini­ges neben­her dazu­ver­die­nen konnte. Hatte dann aber wohl so die ziem­lichst däm­lichste Kon­stel­la­tion einer Mischung aus Elek­tro­nik– und Hardware-Schaden, so daß die Platte wohl reif für den Fried­hof ist.
Also war ich erst­mal einige Zeit noch damit beschäf­tigt zumin­dest ein neues Sys­tem mit dem sich wie­der arbei­ten läßt auf­zu­set­zen, und mir erst­mal wie­der sämt­li­che Online-Zugänge zu beschaffen.

Am heu­ti­gen Tage bekam ich die letz­ten Pass­wör­ter für die Zugänge zu drei mei­ner Domains :)

Die kleine Pause hat natür­lich auch mehr oder weni­ger Aus­wir­kun­gen auf die­sen Blog. Ich denke es macht kei­nen Sinn (auch im Hin­blick dar­auf, daß so etwas immer wie­der pas­sie­ren kann), die regel­mä­ßi­gen Wochen­rück­bli­cke auf­recht­zu­er­hal­ten. Tut mir echt leid, ich weiß daß gerade die von eini­gen Lesern geschätzt wur­den. Für mich waren sie eine Art durch­such­ba­rer Notiz­zet­tel für die für mich wich­tigs­ten News im Online-Marketing. Statt­des­sen werde ich sicher­lich hin und wie­der das ein oder andere “This and That” ver­öf­fent­li­chen bei lesens­wer­ten News, die aber nicht unbe­dingt gleich einen gan­zen Arti­kel recht­fer­ti­gen. All­ge­mein werde ich mich nicht mehr allzu sehr auf reine News fokus­sie­ren, son­dern viel­mehr auch echte SEO-Themen ohne direk­ten Aktua­li­täts­be­zug anschnei­den. So werde ich ein­fach auch ein wenig fle­xi­bler was das Blog­gen an sich betrifft.

SEO the sexy way :)

Ich hoffe v. A., daß ihr mir als Leser und Kom­men­ta­to­ren auch in Zukunft treu bleibt!

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17. Februar 2008

24/7 — Der Wochenrückblick (KW 07/08)

Fast geschafft, der letzte Nachhol-Rückblick fürs Erste:

Zum Schluß noch ein Video zum Thema Nerds und Sex :) :


Nerds
Hoch­ge­la­den von Rob­Green

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10. Februar 2008

24/7 — Der Wochenrückblick (KW 06/08)

Auf zum End­spurt im News-Marathon :)

Und last but not least lie­fert Bay­nado den Beweis, daß Google Gott ist :/
Eigent­lich schon fast erschre­ckend, ich hoffe das nimmt nie­mand zu ernst ;)

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