Google AdSense öffnet sich für Drittanbieter

Nach ein wenig arbeits-, keine-Lust-, urlaubs– und serverumzugs-bedingten Absti­nenz melde ich mich zurück :)

Ich bin etwas ver­wun­dert nach­dem mich heute eine E-Mail von Google AdSense erreichte, die für Google nun doch ziem­lich unty­pisch ist, die deut­sche SEO-Szene aber schein­bar kaum Notiz davon nahm:
Google öffnet sein Content-Netzwerk offen­bar auch für wei­tere Wer­be­netz­werke, auch sol­che mit ähnli­cher Tech­no­lo­gie wie bei AdSense. Ledig­lich Jojo und dem Google­Watch­Blog war dies eine Kurz­mel­dung wert.
Dabei ist die­ser Vor­gang für Google eigent­lich höchst unge­wöhn­lich. All­ge­mein öffnet sich Google nur äußerst sel­ten nach Außen, schon gar nicht in sei­nem Kern­ge­schäfts­feld AdWords bzw. AdSense.

Doch was hat es damit auf sich? Schließ­lich liegt die Ver­mu­tung nahe, daß Google sich damit die eigene Kon­kur­renz ins Haus holt. Macht das Sinn?

Ja! Denn auch wenn Google den Erfolg des Content-Werbenetzwerks stets betont — im Ver­gleich zum Such­netz­werk sind die Con­ver­si­ons i. d. R. deut­lich schlech­ter, was viele Wer­be­trei­bende nach wie vor dazu ver­an­laßt, Kam­pa­gnen im Con­tent­netz­werk nur spo­ra­disch, mit nied­ri­ge­ren Klick­prei­sen oder erst gar nicht lau­fen zu las­sen.
Die Folge? Deut­lich gerin­gere Ein­nah­men auf­grund des gerin­ge­ren Bie­ter­wett­be­werbs und ver­schenkte Reich­wei­ten.
Denn letzt­lich macht Google hier nichts Ande­res, als sich mit die­sem geschick­ten Schach­zug mehr Bie­ter in das AdSense-Gebotsverfahren zu holen, was letzt­lich die Klick­preise in die Höhe treibt, sofern man auch im Con­tent­netz­werk beste­hen möchte. Gleich­zei­tig stei­gern sich die Ein­nah­men für die AdSense-Publisher, sowie deren Bin­dung an die Refi­nan­zie­rung via AdSense. Mit­tel­fris­tig könnte diese Maß­nahme sogar die Wett­be­wer­ber bei content-sensitiver Wer­bung deut­lich schwä­chen, denn aus Sicht der Publis­her sinkt deren eins­ti­ger USP.

In der E-Mail spricht Google ganz unver­blümt davon, daß “die Anzeige, durch die der Publis­her die höchs­ten Ein­nah­men erzielt” gewinnt, sprich der Umsatz für alle Betei­lig­ten steigt, es geht also um nichts Ande­res als Umsatz­ma­xi­mie­rung und den Gewinn von Marktanteilen.

Aber es ist auch eine kleine Kapi­tu­la­tion. Ins­be­son­dere in Nischen ist die Aus­beute via AdSense immer noch unat­trak­tiv, spe­zia­li­sierte Wer­be­netz­werke und Affiliate-Programme haben hier oft die Nase vorn. Und in eben die­sen Berei­chen konnte Google bis­lang nie rich­tig Fuß fas­sen. Mit der Ein­ho­lung von Dritt­an­bie­tern ver­spricht man sich offen­bar auch hier einen nen­nens­wer­ten Markteintritt.

Alles in Allem könn­ten hier­von v. A. die AdSense-Publisher pro­fi­tie­ren, kon­kur­rie­rende Wer­be­netz­werke — trotz der Erhö­hung der Reich­wei­ten — mit­tel­fris­tig eher die Ver­lie­rer, es wird also span­nend werden.

Die Ände­run­gen sind übri­gens auch in mei­nem deut­schen AdSense-Konto bereits live, wel­che Netz­werke spe­zi­ell in Deutsch­land ein­ge­bun­den wer­den könn­ten — dazu hält sich Google bis­lang bedeckt. Immer­hin blo­cken kann man sie schon:

adsense-werbenetzwerke

Auch die AdWords-Hilfe wurde dies­bzgl. bereits aktua­li­siert. Scheint also mehr als nur eine der übli­chen Google-Betas zu sein.

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Kommentare

  1. meint

    In der letz­ten Nacht geschah etwas Selt­sa­mes, auf ver­schie­de­nen Wer­be­plät­zen mit Google Text­an­zei­gen, wurde plötz­lich Zanox Image­wer­bung ein­ge­blen­det.
    Im Gegen­satz zu Google Adsense wer­den diese nicht pro click son­der per sale bzw. lead ver­gü­tet. Die Anzei­gen wur­den mit mei­ner Kun­den­ken­nung von Zanox geschal­tet, so dass eine Ver­gü­tung nicht über Google son­dern über Zanox erfolgt.
    Ich habe dann bei Google Fremd­wer­bung blo­ckiert, ohne Erfolg. Nach ca. einer Stunde waren alle Wer­be­plätze mit Zan­ox­wer­bung belegt.
    Heute habe ich noch­mals eine Kon­trolle durch­ge­führt. Auf den Wer­be­plät­zen ist haupt­säch­lich Adsense zu fin­den, doch auf eini­gen Sei­ten taucht hin und wie­der ein Zan­ox­ban­ner auf.
    Dies finde ich beson­ders ärger­lich, da ich einen Wer­be­platz sowieso mit einer Zan­ox­wer­bung belegt habe, der aber man­gels Ver­dienst zum nächs­ten Monat raus­flie­gen sollte.