Bitte beachten:
Weiter unten findet ihr einen Artikel, der nicht mehr meine aktuelle Meinung und meinen jetzigen Kenntnisstand widerspiegelt. Er steht dort nur der Vollständigkeit halber, um einen Vorgang nicht aus dem Zusammenhang zu reißen, und weil ich auch zu Fehlern und unrichtigen Meinungen stehe. Er wird aber inhaltlich nicht immer gerecht, zudem sollte dieser nur im Zusammenhang mit den anschließenden Kommentaren betrachtet werden.
Besonders entschuldigen möchte ich mich für die (unbeabsichtigte) Beleidigung der Religiosität von Herrn Sauldie. Nicht aus politically correctness, sondern weil ich selbst dies als persönliche und schlimme Beleidigung empfinden würde. Das mag nicht jeder nachvollziehen können, muss er aber auch nicht.
Warum habe ich meine Meinung geändert?
Nun, mein erster Eindruck von Herrn Sauldie war ein sehr Schlechter muß ich sagen. Er urteilte sehr pauschal (und auch sehr schlecht) über Agenturen und stellte das Thema Suchmaschinenmarketing derart vereinfacht dar, daß er auf mich wie einer dieser vielen “Online-Gurus” mit wenig Background aber dafür dicker Brieftasche wirkte. Ich fühlte mich damit auch sehr persönlich angegriffen. Seine Website und auch einige der angeführten Referenzen wirken auf einen Profi natürlich eher wenig aufregend, zumindest aus dem reinen Blickwinkel von Profis. Wir kennen alle diese Heiliger-Gral-Finder, die zwar wenig mit fachlicher Kompetenz bestechen, dafür aber umso mehr mit Selbstvermarktung.
Gut, ich also Schublade auf, Blogbeitrag verfasst, Schublade zu. Meist ist dies auch nicht die falsche Schublade, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.
Danach war es eigentlich ein paar Wochen recht ruhig, bis dann Anfang letzter Woche ein paar zweifelhafte Kommentare auf den Beitrag eintrudelten, die dann plötzlich einen Stein ins Rollen brachten. Als dann die WOTR diese Woche die Angelegenheit aufgriffen, kam es zu einigen durchaus kontroversen Meinungen.
Auch bei mir persönlich verschlechterte sich das Bild von Herrn Sauldie noch eher, als daß es sich verbesserte.
Von daher war ich umso positiver überrascht, als er sich persönlich mit einem — wie ich finde — fairen und sachlichen Kommentar zu Wort meldete. Ich schätze eine solche Art und Weise der Reaktion. Meist wird in dieser Branche in teilweise noch viel harmloseren Fällen gleich zur Rechtskeule gegriffen. Ehrlich gesagt hatte ich auch fast schon damit gerechnet.
Eben das ist nicht passiert, sondern Herr Sauldie suchte den direkten Kontakt auf sachlicher Ebene. Find ich gut. Ganz ehrlich. Von daher fiel auch meine Reaktion ähnlich sachlich aus.
Heute kommentierte Herr Sauldie nochmals ähnlich sachlich und meldete sich — noch bevor ich antworten konnte — im Laufe des Tages per Telefon. Allein dies hat mich wiederum positiv überrascht, Menschen die etwas zu verbergen haben suchen meist selten den persönlichen Kontakt (außer Pseudo-VW-Opfer, aber anderes Thema
). Wieder einmal — Daumen hoch, tolle Reaktion!
Aber auch der Gesprächsinhalt. Wir haben uns wirklich sachlich und fair unterhalten, auch die kritischen Punkte angesprochen. Wir haben uns über Sachthemen unterhalten, und ich muß auch meinen Eindruck von dem fehlenden fachlichen Background berichtigen. Herr Sauldie ist gut informiert und hat ein — auf mich zumindest so wirkendes — leidenschaftliches Interesse an dem Thema. Freilich geht er nicht derart in die Tiefe wie professionelle SEOs es tun. Um das nachvollziehen zu können mußte ich auch erstmal die eigenen Scheuklappen (ich hätte nie gedacht jemals seo-united.de zu referenzieren
) ablegen und die Betriebsblindheit abstellen, ja mich vom eigenen Tellerrand entfernen.
Und ich muß sagen, objektiv betrachtet verfolgt Sanjay Sauldie einen nicht uninteressanten Ansatz: das (durchaus sehr komplexe und oft sehr technische) Thema Online Marketing einer Zielgruppe näherzubringen, für die das ein Buch mit Sieben Siegeln ist, oder aber oft auf innerbetrieblichen Widerstand stößt. Ich glaube man könnte sich es ungefähr so vorstellen, seiner Großmutter zu erklären warum ihr twittert 
Sprich er bricht komplexe Vorgänge derart vereinfacht herunter, daß natürlich auch der inhaltliche Anspruch, wie die Meisten von uns ihn gerne verfolgen, teilweise auch verloren geht. In diesem Falle muß er das auch. Ob leider oder nicht ist Geschmackssache, ich finde es jedenfalls einen (wirklich) interessanten Ansatz.
Ich glaube mit solchen Zielgruppen sind wir relativ selten konfrontiert, denn das sind die Entscheider, die beim ersten Call den Hörer auf die Gabel legen.
Sein Interesse besteht auch nicht darin selbst SEO-Leistungen zu verkaufen, er tritt hier eher vermittelnd und beratend auf.
Jedenfalls hatten wir ein sehr langes und gutes Gespräch (das ich hier ohnehin nur anreißen kann), und ich finde, daß es durchaus berechtigt ist, Sanjay Sauldies Aussagen und Auftreten differenzierter zu betrachten, und ihm auch ein offenes Ohr zu schenken. Freilich liefen ein paar Dinge nicht so dolle, wie z. B. besagte Kommentare, dennoch hat sich mein Gesamtbild von ihm sehr zum Positiven hin verändert.
Übrigens war dieses Statement meine ganz persönliche Entscheidung, und geschah nicht etwa auf eine Bitte oder gar Androhung hin. Nur bevor noch einmal der Eindruck entstehen sollte ich würde einknicken oder gar kneifen. Ich korrigiere mich gern wenn ich einmal falsch gelegen haben sollte, insbesondere zum Positiven hin. Und dazu stehe ich auch gerne.
Ich würde mich persönlich sehr freuen, Sanjay Sauldie auf einem der nächsten Branchenevents zu treffen, und ich hoffe der Ein oder Andere schließt sich mir an.
Heute führte mich mein Weg mit ein paar Kollegen auf die swiss-online-marketing in Zürich, zu der ich auch vorab für die Messezeitung einen kleinen Artikel verfasst habe.
Eigentlich eine ganz nette Messe, relativ klein gehalten, und erstaunlicherweise ist der schweizer Online-Marketing-Markt teilweise echt noch in der Entstehungsphase. Sehr spannend und interessant. Interessant v. A. auch, weil Pseudo-Experten wie ein gewisser Sanjay Sauldie von einem “Internet Marketing-Institut” versuchen mit wissentlichen Falschinformationen Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen für Wissen, daß in unseren Gefilden bereits seit Jahren allemal für ein müdes Lächeln sorgen würde.
Gefährlich wird das Ganze aber dann, wenn Leute wie Sanjay Sauldie auf Marketing-Verantwortliche treffen, denen (noch) das nötige Know-How fehlt, um dessen Aussagen für nicht mehr als einen netten April-Scherz zu halten.
Denn Eines kann der Sanjay Sauldie: Verkaufen, verkaufen, verkaufen. Aus Scheiße Stroh Gold machen. Bauern fangen.
Ein Auftritt in traditionellem indischen Kostüm, und eine provokante Redeführung — der Herr Sauldie weiß wie er Leute um ihr Geld bringt. In Rhetorik fehlerfrei, inhaltlich intelligenzbeleidigend.
Glücklicherweise musste ich dem Herrn Sauldie nur wenige Minuten zuhören, gutmeinende Kollegen hielten mich mit ehrlicheren Dingen wie kühler Cola oder einer Zigarettenpause davon ab dieser Märchenepisode noch mehr Lebenszeit zu verschwenden.
Leider kann ich nur auf ein Gedächtnisprotokoll zurückgreifen, inhaltlich ändert daß aber nicht viel an Aussagen wie:
- “Sie müssen nur Ihre Titles verändern für ein gutes Ranking” — Ja nee is klar, Google hat ja nur über 99 weitere Ranking-Kriterien, und Links und Inhalte sind natürlich völlig überbewertet.
- “Keine Online-Marketing-Agentur kann Ihnen die für Sie richtigen Keywords nennen” — Stimmt, die drehen alle Däumchen, und würfeln Kampagnen mit Millionen von Keywords aus.
- “Verwenden Sie keine Marken-Domain, sondern eine Keyword-Domain, bzw. zusätzlich Keyword-Domains” — Richtig, die größten und erfolgreichsten Internet-Unternehmen (Google, amazon, eBay usw.) machen alle etwas grundsätzlich falsch (suchmaschine.de, buecher.de, online-auktion.de, die haben doch alle keine Ahnung!), und Duplicated Content ist ja ohnehin nur ein Gerücht.
- “Online-Marketing-Agenturen machen keine Fortbildungen” — Ich liebe Pauschalaussagen. Ist ja auch nicht so, als ob alle großen Agenturen mehrfach im Jahr Schulungen bei Google absolvieren, sowie fortwährend interne Schulungsmaßnahmen durchführen, abgesehen von meist sehr kurzfristigem und direktem Informationsmanagement.
Ach stimmt, das Pseudo-Institut von Sanjay Sauldie bietet ja auch selbst Schulungsmaßnahmen an. Ein Schelm wer Böses dabei denkt…
In Deutschland hätten Scharlatane wie Sanjay Sauldie wohl kaum eine Chance. Vermutlich würde sich Herr Sauldie deshalb wohl auch nie trauen eine Podiumsdiskussion vor versiertem deutschem Publikum zu führen. Heute hätte ich dazu große Lust gehabt, eigentlich habe ich sie immer noch. Also Sanjay Sauldie, wie wär’s?
Vermutlich hat aber nichtmal der Ganges genug Wasser, um diesen Mist von der Bildfläche wegzuschwemmen…
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